Digitale Unternehmenskultur - 9 Tipps für das Home Office und Remote Teams




Das Thema Unternehmenskultur liegt absolut im Trend und wir hören an jeder Ecke, wie wichtig sie für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist.


Doch gerade jetzt, wo das Thema endlich Aufmerksamkeit erhält, findet ein weiterer Wandel statt: Home Office und mobiles Arbeiten.


In diesem Artikel widmen wir uns den Fragen:

  • Worin unterscheidet sich eine normale und eine digitale Unternehmenskultur?

  • Brauchst du eine digitale Unternehmenskultur?

  • Wie sollte eine digitale Unternehmenskultur aussehen?

Legen wir los!


Inhaltsverzeichnis


Warum du dir Gedanken über eine digitale Unternehmenskultur machen solltest

Die Vorteile von Remote Work

Die Risiken von Remote Work

9 Tipps für deine Unternehmenskultur 4.0

Fazit: Nimm deine digitale Unternehmenskultur selbst in die Hand!



Warum du dir Gedanken über eine digitale Unternehmenskultur machen solltest


Falls deine Mitarbeiter - wenn auch nur teilweise - im Home Office oder mobil arbeiten, kommst du an einer digitalen Unternehmenskultur nicht vorbei.


Kultur entsteht immer, ob geplant oder ungeplant. Daher empfehle ich dir dringend, deine Unternehmenskultur aktiv mitzugestalten und so dafür zu sorgen, dass sie produktiv ist. Andernfalls werden sich sehr wahrscheinlich unproduktive, wenn nicht sogar destruktive Verhaltensmuster einschleichen.


Ein wichtiger Einfluss auf deine Unternehmenskultur: Digitalisierung.

Für eine digitale Unternehmenskultur gelten zunächst einmal die Grundsätze von Unternehmenskultur generell. Diese haben wir für dich in unserem Artikel 16 Faktoren einer Unternehmenskultur & wie du sie erfolgreich etablierst zusammengefasst.



Doch eine remote Unternehmenskultur oder eine Home Office Kultur bringt einige Besonderheiten in Form von Chancen und Risiken mit sich, die du beachten solltest.



Die Vorteile von Remote Work


In diesem Artikel legen wir den Fokus auf die Risiken, die das remote Arbeiten und das Home Office für dein Unternehmen mit sich bringt. Denn genau diese gilt es einer grandiosen digitalen Unternehmenskultur zu eliminieren und zu reduzieren.


Dennoch sollten wir uns kurz ein paar Vorteile des mobilen Arbeitens anschauen, wie beispielsweise:

  • Kostenvorteile

  • Mehr Auswahl an Personal (national und international)

  • Mehr Diversität

  • Mitarbeiterzufriedenheit

  • Employer Branding


Im Endeffekt weißt du selbst am besten, warum du das Arbeiten außerhalb des Büros eingeführt hast bzw. einführen möchtest. Deshalb besprechen wir nun die Herausforderungen und danach die Tipps, um diese zu meistern.



Die Vorteile vom Arbeiten z.B. im Home Office haben wir in unserem Artikel Herausforderung Home Office -Tipps & Tools für mehr Produktivität genauer erklärt.




Die Risiken von Remote Work


Widmen wir uns zunächst den Unterschieden zwischen einer normalen Unternehmenskultur und einer digitalen Unternehmenskultur.


Diese gelten nicht nur für Remote Unternehmen, in denen die gesamte Belegschaft mobil arbeitet. Sondern auch für Firmen, deren Mitarbeiter teilweise im Home Office oder remote arbeiten.


Weniger bzw. gar kein persönlicher Kontakt


Der offensichtlichste Punkt ist wohl der Mangel an persönlichem Kontakt. Darunter kann das Wir-Gefühl enorm leiden.


Es entfallen nicht nur berufliche Konversationen von Angesicht zu Angesicht, sondern auch private Flur- und Bürogespräche sowie Kaffeepausen. Diese sind keineswegs verschwendete Zeit, denn hier findet essenzielles Teambonding und auch Teambuilding statt.


Außerdem können hier Emotionen ausgetauscht und so verarbeitet werden.


Kommunikation ist reduziert, digital und asynchron


Die wegfallende persönliche Kommunikation wird in den seltensten Fällen 1 zu 1 digital ersetzt. Vor allem zufälliges Plaudern entfällt zu großen Teilen.


Stattdessen findet Kommunikation überwiegend nur für spezifischen Zwecke statt - und das häufig über Mail oder Chat. Die mangelnde Körpersprache und die Asynchronität erhöht das Risiko für Missverständnisse.


Oft ist die Transparenz geringer, was die Koordination von Aufgaben und Prozessen sowie die Zusammenarbeit negativ beeinflussen kann. Gespräche müssen bei Remote Work aktiver gesucht werden.


Weniger Vertrauen


Durch die reduzierte und veränderte Kommunikation ist der Aufbau und Erhalt von Vertrauen deutlich schwieriger. Das gilt für direkte Kollegen und für unterschiedliche Abteilungen sowie für die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten.


Echtes Vertrauen zwischen Personen aufzubauen, die sich noch viel in ihrem Leben gesehen haben, ist keine leichte Aufgabe.


Weniger Gemeinsamkeiten


Remote Work bringt den Vorteil einen größeres Bewerberpools mit sich. Dies führt gleichzeitig dazu, dass die Menschen, die zusammenarbeiten sollen, weniger Gemeinsamkeiten haben.


Bis vor einigen Jahren war es vollkommen selbstverständlich, in der gleichen Stadt zu wohnen, die gleichen Restaurants und Einkaufszentren zu kennen, die gleichen Bahnen und Busse zu benutzen und teilweise im selben Viertel aufgewachsen zu sein.


Diese Nebensächlichkeiten erschaffen ein nicht zu unterschätzendes Gefühl von Verbundenheit, welches bei Kollegen in völlig fremden Städten und Dörfern gänzlich entfallen kann.


Weniger Team Events


Für Remote Teams bleibt noch ein weiterer Kontaktpunkt aus: Team Events. Egal ob Sommerfest, Weihnachtsfeier oder einfach mal ein After Work - für digitale Teams gibt hier meist nur eine digitale Version.


Ein persönliches Team Event ist eine super Idee, doch ist die Unterkünfte und die Anreise aus verschiedenen Städten (oder Ländern) keine günstige Veranstaltung, weshalb viele Firmen darauf verzichten.


Die Konsequenz von all dem: Weniger Wir-Gefühl


All diese Risiken führen zu der Herausforderung von einem wahrhaftigen Gemeinschaftsgefühl.


Wenn jeder Mitarbeiter nur seinen jeweiligen Teil erledigt, ohne das große Ganze zu sehen und ohne sich gegenseitig zu unterstützen, kommt es höchstwahrscheinlich zu Effizienzverlusten.


Durch schlechteres Teamwork sinkt nicht nur die Produktivität, sondern auch die Mitarbeiterbindung.




9 Tipps für deine Unternehmenskultur 4.0


Doch nun genug der Schwarzmalerei! Denn diese Risiken können eintreten, sie müssen es jedoch nicht, wenn du für eine erfolgsfördernde digitale Unternehmenskultur sorgst.


Bedenke bitte, dass eine Kultur immer Zeit und somit Geduld erfordert. Mit den folgenden 9 Praxistipps bist du auf dem besten Wege dorthin.



1. Besonderer Herausforderung bewusst machen


Der erste Schritt ist einfach und simpel und extrem effektiv: Rede mit deinem Team über die Besonderheiten von Teamwork auf Distanz. Diese Information scheint selbstverständlich und auch deine Mitarbeiter können sie für überflüssig halten.


Doch ein Satz wie: “Als remotes Team mit getrennten Arbeitsorten haben wir besondere Herausforderungen” kann ein Umdenken und ein “Umfühlen” anregen.


Denn wenn mal etwas schief laufen sollte, wird nun nicht mehr gleich der Kollege als unfreundlich, unfähig, faul etc. beurteilt. Stattdessen geht ein Missverständnis eher auf das Konto der besonderen Herausforderungen von Remote Arbeit.



2. Gemeinsame Routinen


Eine Online Unternehmenskultur sollte gemeinsame Online Routinen beinhalten. Regelmäßiges Meetings - nicht zu verwechseln mit häufigen Meetings - können für Kontakt sorgen und als Informationsaustausch dienen.


Ich empfehle keine täglichen Meetings, da diese anstrengend sein und zu Zoom Fatigue führen können.


Eine bessere Alternative ist ein Work Cycle.

Der Work Cycle


Der Work Cycle ist für mich eine der besten Methoden, für eine starke Beziehung der Mitarbeiter untereinander und zu ihren Vorgesetzten.

So funktioniert er: Du vereinbarst einen oder mehrere Termine für Video Calls pro Woche.

Abwechselnd finden in diesem Call immer 20 Minuten Arbeitsphase mit einer jeweils 10 minütigen Pause statt.

Jeder erzählt anfangs, was er in den nächsten z.B. 2h schaffen möchte und die erste Arbeitsphase wird gestartet. In den Pausen könnt ihr dann über alles mögliche reden - beruflich oder privat.

So kombinierst du den produktivitätssteigerungen Arbeitsrhythmus der Pomodoro Technik mit Pausen, in denen Kommunikation und Bindung stattfinden.



3. Die richtigen Tools


Für eine digitale Unternehmenskultur sind die richtigen digitalen Tools ein Muss. Deine Mitarbeiter kommunizieren überwiegend über digitale Anwendungen, also findet genau hier Kultur statt.


Für Remote Teams eignen sich z.B. super:

  • Ein Virtual Office

  • Projektmanagement Tools

  • Mitarbeiter Apps

  • Digitale Signaturen

  • Umfrage Tools

  • Eine Employee Experience Plattform


Mit solchen Anwendungen kannst du den Alltag in einem Büro simulieren, die Teamarbeit und die Kommunikation koordinieren, für Transparenz und Klarheit sorgen und Prozesse vereinfachen.



Was diese Tools im Detail können, erfährst du in unserem Artikel Die besten Tools für Personaler - Digitale Lösungen für das Personalwesen.





4. Kommunikation fördern


Die Unterschiede in der Kommunikation haben wir bereits mehrmals erwähnt. Daher liegt es auf der Hand, dass du Kommunikation fördern solltest. Motiviere deine Mitarbeiter dazu, miteinander zu interagieren. Und das nicht nur für konkrete Anliegen.


Ohne Kommunikation als Wert deiner digitalen Unternehmenskultur, kann der Kontakt so stark reduziert werden, dass das Risiko für Vereinsamung und Entfremdung steigt.


Dem kannst du vorbeugen, indem

  • du alle deine Mitarbeiter dazu ermutigst, miteinander zu kommunizieren und gemeinsame Zeit online organisierst.

  • du als Vorbild fungierst und deine Mitarbeiter regelmäßig (≠ häufig) auf allen digitalen Wegen kontaktierst.

  • Meetings und Calls überwiegend positive Erfahrungen darstellen.

  • ein konstruktives Konfliktmanagement ebenfalls Bestandteil deiner Unternehmenskultur ist, damit Konflikte nicht verschleppt werden.


Da dieses Thema sehr wichtig und umfangreich ist, haben wir einen eigenen Artikel für dich darüber geschrieben: Digitale und asynchrone Kommunikation - Tipps für Chats, Video Calls und Online Meetings.




5. Die Gesundheit im Blick


Auch für das Gesundheitsmanagement bedeutet Remote Work eine besondere Herausforderung.


Während im Büro in den meisten Fällen eine ergonomische Ausstattung von Schreibtischen, Bürostühlen und weiterem Equipment vorhanden ist, sitzen deine Mitarbeiter im Home Office teilweise am Küchentisch oder liegen auf ihrem Sofa. Als dauerhafter Arbeitsplatz ist dies keine gesundheitserhaltende Lösung.


Doch auch mental werden deine Angestellten anders gefordert. Z.B. der aktuell stark diskutierte Always On Modus bringt für deine Mitarbeiter und auch für dich als Arbeitgeber beachtliche negative Konsequenzen.


Daher befasse ich eingehend mit den gesundheitlichen Auswirkungen des mobilen Arbeitens und damit, wie du die Gesundheit deiner Mitarbeiter erhalten und fördern kannst.



6. Digitale Personalentwicklung


Die Personalentwicklung ist häufig ein Faktor, der auf der Prioritätenliste von Remote Firmen nicht ganz oben steht. Vermutlich, weil die typischen Formen von Präsenz Schulungen und Weiterbildungen hier nicht so leicht funktionieren.


Doch das müssen sie auch nicht mehr, denn lebenslanges Lernen geht auch digital. Es gibt zahlreiche Anbieter von Online Weiterbildungen, die genau hierfür ein umfangreiches Angebot entwickelt haben.


Meine Favoriten sind:

  • LinkedIn Learning

  • Coursera

  • karrieretutor

  • Udemy

  • Google Zukunftswerkstatt


In unserem Artikel Digitale Personalentwicklung mit Online Weiterbildungen - 5 Plattformen im Vergleich stellen wir dir digitales Lernen und die 5 Anbieter im Detail vor.





7. Gemeinsam Zeit online verbringen


Wichtig ist es, als Remote Team online Zeit zu verbringen - und damit meine ich nicht, den Terminplaner mit diversen Meetings zu füllen! Denn Meetings sind für die meisten Mitarbeiter keine angenehme Zeit.


Dein Remote Team braucht, gemeinsame Zeit, die wirklich Spaß macht.

Biete 1-2 mal in der Woche 30-60 minütige Spielrunden für Online Spiele an. Das stärkt Beziehungen und das Wir-Gefühl und sorgt gleichzeitig für mehr Zufriedenheit und erhöht die Kreativität. Du profitierst also auch durch mehr Personalbindung und Employer Branding.


Tolle kostenlose Online Games, die einfach zu spielen sind und wirklich Spaß machen, sind:


Wenn du kein Fan von Online Spielen bist, kannst du alternativ oder zusätzlich andere, gemeinsame Aktivitäten anbieten, wie z.B. einen Lesezirkel oder Working out Loud.


Wenn möglich, solltest du nicht die Mittagspausen für dieses Angebot nutzen. Denn im Home Office sind die Mittagspausen oft für private To dos verplant, was zu Stress oder einer geringeren Teilnahme führen könnte.


Auch sollte die Teilnahme stets freiwillig sein, andernfalls könnten die Arbeitnehmer, die weniger Lust haben, die Stimmung herunterziehen. Der Spaß der anderen wird sie spätestens beim nächsten Termin anlocken.



8. After Work & Team Events


Bleiben wir beim Thema der gemeinsame Zeit. Denn After Work und Team Events sollten auch bei einer remoten Unternehmenskultur nicht fehlen.


Zugegeben, unzählige Möglichkeiten gibt es bisher nicht. Es werden immer mehr Spiele speziell für Remote Teams entwickelt. Wenn dir ein einfacher online Spieleabend zu langweilig klingt, dann überrasche deine Mitarbeiter doch mit z.B. Pizza.


Einen gemeinsamen Abend mit einem Gutschein für Lieferdienste lässt sich vermutlich keiner deiner Angestellten entgehen.


Für eine remote Weihnachtsfeier haben wir noch mehr und spezielle Tipps in unserem Artikel 5 Tipps für eine remote Weihnachtsfeier!



9. Workations


Für viele Teams das absolute Highlight: eine Workation. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen für Arbeit (Work) und Urlaub (Vacation).

Eine Workation ist also eine Kombination aus produktiver Arbeit im Team gefolgt von einem gemeinsamen Feierabend an einem schönen Ort.


Das erhöht zum einen die Kreativität und gleichzeitig stärken die gemeinsame Erlebnisse das Wir-Gefühl enorm.


Du könntest aus der Workation auch eine “Studycation” machen und deine Mitarbeiter mit einer Weiterbildung in Strandnähe begeistern. Tagsüber Lernen, Abends Wandern, Surfen, Yoga, Grillen - ein besseres Employer Branding gibt es kaum.


Hier findest du einen tollen Artikel zum planen (lassen) einer Workation.


Fazit: Nimm deine digitale Unternehmenskultur selbst in die Hand!

  • Unternehmenskultur entsteht immer, ob geplant oder ungeplant, daher solltest du deine aktiv gestalten.

  • Für eine digitale Unternehmenskultur gelten zunächst einmal die Grundsätze von Unternehmenskultur generell.

  • Doch eine remote Unternehmenskultur bringt einige Besonderheiten mit sich, die beachtet werden sollten.

  • Die Chancen von Remote Work sind:

  • Kostenvorteile

  • Mehr Personalauswahl (national und international)

  • Mehr Diversität

  • Mitarbeiterzufriedenheit

  • Employer Branding

  • Die Risiken von Remote Work sind:

  • Weniger bzw. gar kein persönlicher Kontakt

  • reduzierte, digitale und asynchrone Kommunikation

  • Weniger Vertrauen

  • Weniger Gemeinsamkeiten

  • Weniger Team Events

→ Die Konsequenz von all dem: Weniger Wir-Gefühl

  • 9 Tipps für deine digitale Unternehmenskultur

  • Besonderer Herausforderung bewusst machen

  • Gemeinsame Routinen

  • Die richtigen Tools

  • Kommunikation fördern

  • Die Gesundheit im Blick

  • Digitale Personalentwicklung

  • Gemeinsam Zeit online verbringen

  • After Work & Team Events

  • Workations

Hier gibt's das Fazit als Download:

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Das waren sie, unsere 9 Tipps für deine digitale Unternehmenskultur.


Welche Erfahrungen hast du mit deiner digitalen Unternehmenskultur gemacht?

Hast du vielleicht noch einen Geheimtipp für uns?

Wir freuen uns sehr über deinen Kommentar!





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