Employer Branding 2022 - Was Mitarbeitern und Bewerbern in diesem Jahr wichtig ist



Das Arbeitsleben befindet sich in einem starken Wandel: Gesellschaftliche Strukturen ändern sich, die Digitalisierung transformiert das Arbeitsleben und zusätzlich befinden wir uns - auch nächstes Jahr noch - in einer Pandemie.


Wir wagen einen Blick in die Zukunft und zeigen, was Arbeitgeber im Jahr 2022 attraktiv macht.


In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum dein Employer Branding wichtig für den Unternehmenserfolg ist

  • Welche Trends sich in jüngster Vergangenheit entwickelt haben

  • Welche Trends sich 2022 weiter durchsetzen werden


Lass uns loslegen!



Inhaltsverzeichnis


Warum ist das Employer Branding wichtig?

Die Trends 2022

Work-Life-Balance

Digitalisierung & Weiterbildungen

Umgang und Fehlerkultur

Entscheidungsfreiheit und Verantwortung

Authentische Präsentation & Transparenz

Der Impfstatus

Engagiere einen Happiness Manager

Fazit: Clevere Strategien für das Employer Branding entscheiden 2022 mit über den Unternehmenserfolg!



Warum ist das Employer Branding wichtig?


Fangen wir mit den Basics an und somit mit der Frage, warum dein Employer Branding eigentlich von Bedeutung ist.


Employer Branding sind alle Maßnahmen und Strategien zur Positionierung als ein attraktiver Arbeitgeber.

Durch das Abheben von anderen Unternehmen und der Präsentation von Alleinstellungsmerkmalen kannst du für eine hohe Anzahl an Arbeitssuchenden und potentielle Bewerber interessant sein.


Unternehmen, die einen Ruf als guten Arbeitgeber genießen, ziehen mehr Bewerber an. Hierbei ist es für jeden individuell und subjektiv, was einen “guten Arbeitgeber” ausmacht, z.B.

  • gute Bezahlung

  • gute Ausbildung

  • gute Karrierechancen

  • gute Arbeitszeitmodelle

  • gute Tätigkeiten


Diese Faktoren und noch viele mehr haben unterschiedliche Prioritäten und werden dazu auch von jedem selbst definiert.


Sei attraktiv für qualifiziertes Personal


Viele Bewerber erhöhen auch die Chance auf mehr Bewerber mit höheren Qualifikationen, besseren Fähigkeiten und mehr Kompetenzen.

Hochqualifiziertes Personal weiß, wie viel es wert ist und ist daher wählerischer bei der Arbeitgeberwahl.


Wenn du also top Mitarbeiter anlocken möchtest, musst du 1. als Arbeitgeber ebenfalls top sein und 2. dies auch erfolgreich nach außen vermitteln können.


Weniger Fluktuation durch zufriedene Mitarbeiter


Durch cleveres Employer Branding bekommst du nicht nur bessere Mitarbeiter, du hältst sie auch länger. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von zufriedenen Mitarbeitern ist länger und ihre Leistung fällt ebenfalls höher aus.


Eine attraktive Arbeitgebermarke erhöht die Mitarbeiterbindung.

Dadurch sparst du nicht nur Kosten durch z.B. weniger Personalbeschaffung und Einarbeitungsphasen, sondern verbesserst weiterhin deinen Ruf als Arbeitgeber und ziehst dann wieder qualifiziertere Bewerber an.


Erfolgreiches Employer Branding ist also eine Aufwärtsspirale.

Doch eine gute öffentliche Reputation bringt dir noch mehr Chancen.


Dein Ruf als Arbeitgeber hat Einfluss auf deinen Umsatz und Kunden


Des Weiteren kann auch dein Ruf als Arbeitgeber einen großen Einfluss auf deine Kunden haben. Immer wieder gibt es Skandale von Unternehmen, die ihre Mitarbeiter schlecht und unfair behandelt, ja, quasi ausbeuten.


Dazu erhalten auch weitere soziale Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Feminismus oder soziale Gerechtigkeit einen immer höheren Stellenwert für die Nachfrageseite.

Unternehmen, die als sozial ungerechter Arbeitgeber dastehen, können daher an Umsatzeinbußen leiden.


Hierbei ist anzumerken, dass die Priorität auf der nach außen präsentierten Haltung und nicht der tatsächlichen Handlungen zu liegen scheint.


The War of Talents


In Deutschland haben wir, wie in vielen anderen Ländern auch, eine alternde Bevölkerung. Weder unsere Geburtenrate noch die Einwanderung qualifizierter Bewerber können den Bedarf an Fachkräften decken.


So kommt es aktuell zu einem War of Talents, einem Kampf um das qualifizierte Personal. Gut ausgebildete Arbeitnehmer haben eine große Auswahlmöglichkeit auf dem Arbeitsmarkt, weshalb für dich als Arbeitgeber ein top Employer Branding immer weiter an Signifikanz gewinnt.



Die Trends 2022


Wir befinden uns aktuell in einem Wandel in der Arbeitswelt. Durch Digitalisierung und Globalisierung und dem daraus resultierendem New Work Konzept sind einige Trends entstanden, die sich auch 2022 weiter verstärken und durch viele Themenbereiche ziehen werden. 3 allgemeine und themenübergreifende Trends schauen wir uns nun genau an.


1. Individualisierung


Wir stecken mitten in einem Wandel der Bedürfnisse von Arbeitnehmern. Wo vor einiger Zeit noch die Höhe des Gehalts und Karrierechancen die wichtigsten Faktoren waren, herrschen nun andere Wünsche - und zwar individuelle. Der Trend geht zu der Erfüllung der persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Arbeitnehmers.


Flexible Arbeitszeiten, ortsunabhängiges Arbeiten, Teilzeitansparmodelle oder die Auswahl der Hardware sind nur einige Beispiele dafür, wie stark jeder einzelne Arbeitsplatz den individuellen Wünschen von Angestellten angepasst wird.


2. Sinn & Freude


Sinn und Freude an der Arbeit sind zwei dieser individuellen Bedürfnisse, die Angestellten von heute wichtig sind. Die eigenen Tätigkeiten sollen Spaß machen und auch gerne einem lobenswerten Zweck dienen. So entstand unter anderem auch der hohe Druck auf Unternehmen, sich für z.B. Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Feminismus oder soziale Gerechtigkeit zu engagieren, der auch immer weiter steigt.


Die Interpretation und die Bedeutung dieser sozialen Themen sind wieder sehr individuell. Daher wird es immer sinniger nach außen zu tragen, wie viel Wert deine Firma auf welche sozialen Probleme legt und wie sie mit ihnen umgeht. Mit dieser Strategie wirst du eher Mitarbeiter mit ähnlichen Wertvorstellungen finden, die auch langfristig zu deiner Unternehmenskultur passen.


3. Sicherheit


Auch 2022 werden wir noch in einer Sondersituation bezüglich Covid-19 stecken. Die Ungewissheit, die diese Krise nun seit über 2 Jahren mit sich bringt, ist enorm und kann das Sicherheitsbedürfnis der Menschen erhöhen.


Die Menschen fragen sich, wie sicher ihr eigener Arbeitsplatz ist und schauen auch, wie zukunftssicher Arbeitgeber allgemein scheinen.

Auf diese Sicherheitsbedürfnisse sollten Arbeitgeber (weiterhin) einen Fokus legen.



Work-Life-Balance


Die Work Life Balance ist mittlerweile eine der wichtigsten Faktoren für Arbeitnehmer geworden. Immer mehr Menschen betrachten ihren Beruf nicht (mehr) als dem Mittelpunkt ihres Lebens, sondern als einen Bestandteil von vielen.


Allerdings wird der Begriff Work-Life-Balance heutzutage oft nicht ganz korrekt verwendet. Viele Menschen wünschen sich die Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben durch Home Office, flexible Arbeitszeiten und ortsunabhängiges Arbeiten - dies nennt sich jedoch Work-Life Blending.


Die Verschmelzung von Freizeit und Arbeitszeit ist das Work-Life-Blending.

Die ursprüngliche Work-Life-Balance beschreibt eine Art Trennung von Arbeits- und Privatleben. Hier wären also generell weniger Arbeitszeit oder eine faire Regelung der Überstunden gute Beispiele.




Durch die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten dieser Begriffe solltest du mit deinen Mitarbeitern und Bewerbern darüber sprechen, wie ihr beide Work-Life-Balance bzw. -Blending definiert.



Home & Travel Office


Dieser Trend ist gekommen, um zu bleiben: das Home Office. 2020 wurde ein großer Teil der deutschen Bevölkerung ziemlich spontan zum Arbeiten in die eigenen vier Wände geschickt. Das war für viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer zunächst eine Herausforderung.


Während viele Arbeitgeber sich über die mögliche Rückkehr ihrer Angestellten ins Büro gefreut haben, fanden viele der Arbeitnehmer Gefallen an der Arbeit zuhause.


80% der Mitarbeiter möchten zumindest teilweise im Home Office bleiben, 25% sogar dauerhaft!

Dazu kommt, dass 20% sogar ihren aktuellen Job aufgeben würden, sollte dieser nicht ihren Wunsch nach Home Office erfüllen können bzw. wollen.


Hier bietet sich offensichtlich für dich als Geschäftsführer oder Personaler eine enorme Chance für dein Employer Branding.

Mit dem Benefit des Home Office lockst du neue Mitarbeiter an und hältst deine bestehende Belegschaft.


Das Home Office wird vom Nice-to-have zum Must-have.

Außerdem ist es wichtig zu erkennen, dass einige deiner derzeitigen Mitarbeiter dich verlassen könnten, wenn du ihnen das Home Office nicht ermöglichst und dass sie eventuell bereit dazu sind, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen.


Auch wirtschaftlich gesehen immer notwendiger


Das Home Office hat dazu noch einen erheblichen Einfluss auf die Kostenstruktur. Sind einige deiner Mitarbeiter dauerhaft zuhause am Arbeiten, benötigst du weniger ausgestattete Arbeitsplätze und kannst so bei Miete, Nebenkosten und Equipment Kosten einsparen.


Aktuell ist dies noch ein Wettbewerbsvorteil, doch das könnte sich schnell ändern. Immer mehr Firmen möchten und werden diese Chancen für sich nutzen, weshalb aus einem Vorteil in kürzester Zeit ein Normalzustand wird.


Wie soll ein Unternehmen mit hohen Mietkosten mit einem vollständig remote Unternehmen von der Kostenstruktur mithalten können?

Es ist also wahrscheinlich, dass viele Arbeitgeber quasi vom Markt gezwungen werden, das Home Office einzusetzen, da sie sonst Nachteile erleiden wie beispielsweise geringere Margen oder niedrigere Preise von Konkurrenten.


Einen detaillierten Artikel zu den Vor- und Nachteilen des Home Office findest du hier

Herausforderung Home Office -Tipps & Tools für mehr Produktivität



Einen Schritt weiter: das Travel Office

Mit dem Arbeiten von zuhause aus kam einigen Angestellten die Frage in den Sinn, warum sie eigentlich zuhause sein müssen. Sie könnten den Job doch auch in einem Café machen oder in einer Ferienwohnung an der Ostsee… oder theoretisch sogar am Strand in Thailand?


Das Travel Office ist das remote Arbeiten während des Reisens und wird immer beliebter. Die Menschen wollen sich nicht mehr zwischen dem Reisen und der finanziellen Sicherheit entscheiden, vor allem dann nicht, wenn der eigene Job sich auch problemlos vom anderen Ende der Welt ausüben ließe.


In dem du genau dieses Global Remote Work anbietest, hältst du nicht nur aktuelle Mitarbeiter, sondern kannst auch neue gewinnen.


Nur wenige Firmen nutzten heute schon das Travel Office für ihr Employer Branding.

Wie im Home Office muss natürlich das Equipment, der Datenschutz und die Verbindung sichergestellt werden. Dazu kommen noch Herausforderungen bezüglich Zeitverschiebung, Aufenthaltsgenehmigungen und ein organisatorischer Mehraufwand.


Gleichzeitig bietet das Travel Office auch für dich als Arbeitgeber einige Vorteile, wie eine gesteigerte Motivation, Zufriedenheit und Mitarbeiterbindung. Dazu profitierst du von einer erweiterten Persönlichkeitsentwicklung deiner Mitarbeiter.


Hier findest du einen ausführlichen Artikel zum Thema Travel Office Travel Office & Global Remote Work - Chancen, Risiken und rechtliche Grundlagen




Digitalisierung & Weiterbildungen


Wir befinden uns jetzt gerade in der 4. industriellen Revolution und die digitale Transformation ist im vollen Gange. Die Corona Pandemie fungierte bereits als Katalysator und hat diese Entwicklung enorm beschleunigt.


Mehr als nur aktuelle Hard- und Software


Arbeitgeber, die unter Digitalisierung nur die Beschaffung und Verwendung neuester Technik verstehen, haben einen bedeutenden Nachholbedarf. Aktuelle Hard- und Software sollten heute der Standard sein.


Verschiedene Endgeräte, gute Verbindungen, Cloud Services und die notwendigen Schulungen sollten heute wirklich jedem Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Denn diese Entwicklungen werden heute und zukünftig flächendeckend eingesetzt.


Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Die Digitalisierung begann langsam, doch ihre Geschwindigkeit und Wandlungskraft steigt exponentiell, sodass wir mittlerweile von einem Digitalisierungs-Tsunami sprechen. Wer bereits heute nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist, kann in kurzer Zeit komplett auf der Strecke bleiben. Und dieses wird auch immer mehr Angestellten bewusst.


Die Digitalisierung hat eines mit der aktuellen Krise gemeinsam: Ungewissheit.

Es gilt als sicher, dass Künstliche Intelligenz und Robotik viele Prozesse automatisieren werden und somit eine hohe Anzahl an Arbeitsplätzen dauerhaft entfallen werden.

Doch wissen wir nicht wann, wie viele und auch nicht, wie wir als Gesellschaft dieses Problem lösen werden. Um die Antworten auf diese Fragen rechtzeitig zu erhalten, ist es essenziell, das digitale Know-how stets zu aufzufrischen.


Dein Unternehmen braucht natürlich die richtigen Tools, doch die Digitalisierung ist deutlich mehr.


Digitale Tools für Personaler zeige ich dir in diesem Artikel Die besten Tools für Personaler - Digitale Lösungen für das Personalwesen




Digitale Skills erwerben und halten


Zugegeben, die Mehrheit der Menschen beschäftigt sich noch nicht ernsthaft mit diesem Zukunftsproblem. Doch immer mehr Menschen verstehen, dass nicht nur einfache Routinearbeiten zukünftig entfallen können, sondern auch viele höher qualifizierte Berufe.


Diese Menschen legen einen hohen Wert darauf, ihre digitalen Fähigkeiten zu erhalten und auch zu verbessern, sodass sie mit dem technischen Fortschritt mithalten können.

Daher wird die Priorität von Weiterbildungen bezüglich des digitalen Skill Sets immer weiter steigen. Die Nachfrage wird die nächsten Jahre noch nicht ihren Höhepunkt erreichen, aber dennoch schon bereits nächstes Jahr wieder etwas steigen.

Aus eigener Erfahrung kann ich die Weiterbildungen von karriere tutor sehr empfehlen.



Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens


Die Menschen sehen aber nicht nur die Notwendigkeit, ihre persönlichen Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung up-to-date zu halten. An die Arbeitgeber ist dies quasi eine selbstverständliche Erwartungshaltung. Schließlich hat die Bevölkerung miterlebt, was mit Unternehmen passiert, die es nicht für nötig hielten oder nicht geschafft haben, auf digitale Transformationen wie beispielsweise den Online Handel im Internet zu reagieren.


Die Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt drastisch verändern und erfordert von Unternehmen Agilität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeiten und Kompetenzen zur Trenderkennung.

Arbeitgeber, die diese Anforderungen nicht erfüllen können oder möchten, werden immer unattraktiver werden.


Lebenslanges Lernen für jedes Alter


Die Notwendigkeit stetiger Weiterentwicklung besteht übrigens nicht nur für jüngere Generationen. Da stetig das Renteneintrittsalter angehoben wird, betrifft dies auch Mitarbeiter in ihren 50ern, von denen die Mehrheit vor 20 Jahren keinen Fokus auf stetiges berufliche Weiterbildung setzten mussten.



Umgang und Fehlerkultur


Der Führungsstil wandelte sich von autoritär immer weiter zu demokratisch und wird sich auch im Jahr 2022 noch weiter in diese Richtung bewegen.


Dabei spielt der zwischenmenschliche Umgang eine entscheidende Rolle. Höflichkeit, Ehrlichkeit und gegenseitiger Respekt sind erstrebenswerte Grundlagen von Kommunikation am Arbeitsplatz - egal ob zwischen Kollegen oder Mitarbeitern und Vorgesetzten.


Das Problem: Menschen definieren Respekt, Höflichkeit und Ehrlichkeit unterschiedlich.

Mit unterschiedlichen Interpretationen von Umgangsformen ist es schwierig, eine allgemeingültige Grundlage zu erschaffen. Der Autor Dale Carnegie hat in seinem Buch Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden einfache und verständliche Basics formulieren können, die für einen produktiven Umgang sorgen können. Diese sind unter anderem:

  • Gebe aufrichtige Anerkennung

  • Bestärke andere in ihrem Selbstvertrauen

  • Kritisiere nicht stark

  • Ermutige, Fehler leicht verbessern zu können

  • Lobe jeden Erfolg großzügig

  • Achte die Meinung des anderen

  • Der Andere muss sein Gesicht wahren können

Alle Regeln und die dazugehörigen Erklärungen findest du in diesem Artikel Der richtige Umgang mit Mitarbeitern für mehr Motivation, Zufriedenheit und Produktivität




Eine produktive Fehlerkultur ist notwendig


Ein spezifischer Umgang, der dein Employer Branding beeinflusst, ist der Umgang mit Fehlern. Hierzulande sind Fehler eher negativ konnotiert und werden schnell als Schwäche oder Inkompetenz interpretiert.


Dabei zeugen Fehler in den meisten Fällen davon, dass etwas Neues oder Schwieriges gewagt wurde. Sie zeigen uns, was wir falsch gemacht und so gleichzeitig, was wir anders machen müssen.


Fehler sind hervorragende Lehrmeister.

Der Fokus sollte also nicht sein, Fehler zu vermeiden, sondern sie sich konstruktiv zunutze zu machen. Denn Fehler vermeiden zu wollen, lenkt uns ab und kostet uns Kraft. So kann eine Angst vor Fehlern entstehen, die wiederum mehr Fehler entstehen lässt - ein Teufelskreis.


Da Selbstoptimierung voll im Trend liegt, haben auch immer mehr Angestellte ein Bewusstsein für einen produktiven Umgang mit Fehlern und Rückschlägen entwickelt und wollen dieses auch im Berufsleben einsetzten.


Wie genau du eine gute Fehlerkultur einführst, erfährst du in diesem Artikel

Lernkultur statt Fehlerkultur - so schaffst du ein produktives Arbeitsumfeld




Entscheidungsfreiheit und Verantwortung


Die bereits angesprochene Welle der Individualisierung und das Bedürfnis nach Sinn betrifft nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Arbeit selbst. Den Arbeitnehmern von heute ist es wichtig, ein bedeutungsvoller Teil des Unternehmens zu sein und keine austauschbare Personalnummer.

Sie möchten einen gewissen Einfluss haben und brauchen das Gefühl, dass ihre Handlungen und Meinungen Auswirkungen haben.


Mitbestimmung erhöht das Engagement


Durch das Gefühl von Handlungsfähigkeit kann sich das Engagement deiner Angestellten stark erhöhen. Engagement ist nach Definition eine intensive Beteiligung sowie ein Gefühl der Verpflichtung und Verbundenheit. Engagierte Mitarbeiter zeichnen sich also grundlegend durch eine höhere Produktivität, Kreativität und Leistung aus.


Engagement ist das intrinsische Bedürfnis, etwas zu erhalten oder zu verbessern.

Durch die eigenen Beiträge zum Unternehmenserfolg steigt die Verbundenheit und auch das Selbstvertrauen. Und Menschen sind gerne in einer Umgebung, in der ihre Fähigkeiten und Kompetenzen gesehen und anerkannt werden.

Die Einbindung in Unternehmensfragen zeugt von eben diesem Vertrauen in deine Mitarbeiter.


Mangelnde Bedeutung ist der Feind der Motivation.

Wenn Mitarbeiter empfinden, dass ihre Bemühungen irrelevant sind, dann sinkt auch schnell die Motivation. So kann mangelnde Beteiligung in Trotz, Desinteresse & Unzufriedenheit resultieren.


Mehr Agilität durch Verantwortung


Die heutigen Märkte werden immer schnelllebiger und Unternehmen müssen mit mehr Geschwindigkeit und Flexibilität auf Veränderungen und Trends reagieren können, um im Wettbewerb standhalten zu können.


Durch die Übertragung von Verantwortung an deine Mitarbeiter kannst du Entscheidungsprozesse verschlanken und beschleunigen und so für mehr Agilität sorgen.


Außerdem ist Verantwortung eine Form von Mitspracherecht und kann so ebenfalls das Engagement erhöhen. Wichtig ist hierbei, dass die Verantwortung freiwillig übernommen wird und sie nicht zwangsmäßig auferlegt wird.


Wenn du noch mehr über die Auswirkungen von Mitarbeiterbeteiligung und Verantwortung lesen möchtest, ist das hier der richtige Artikel für dich → Wie du durch Mitbestimmungsrechte das Engagement deiner Mitarbeiter erhöhst




Authentische Präsentation & Transparenz


Die Erwartungshaltung von Kunden hat sich mit Etablierung des Internets stark geändert. Wir möchten Produkte online kaufen können und uns auch bis in kleinste Detail über sie informieren können. Wie wichtig uns dass ist, zeigt z.B. der große Erfolg von Vergleichsportalen in allen möglichen Branchen.


Bei der Wahl des Arbeitgebers ist nicht wirklich anders. Auch hier möchten wir in unserer Bewerberphase immer mehr Details über das Unternehmen und unsere potentiellen Tätigkeiten erlangen. Wir haben keine Lust, zig Bewerbungen zu verfassen und Vorstellungsgespräche zu vereinbaren, ohne zu wissen, ob die ausschreibende Firma unsere Vorstellungen überhaupt erfüllt.


Mit authentischen Einblicken durch Fotos und Videos kannst du dich von anderen Unternehmen abheben.

Je mehr Einblicke du in dein Unternehmen gewährst, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei dir Bewerber melden, die zu euch passen. So können du und unpassende Bewerber sich die Kosten und Mühe etlicher unnötiger Bewerbungsprozesse sparen.


Daher vermeide es, einfach nur schöne Buzzwords wie Home Office Möglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und flache Hierarchien in Ausschreibungen zu verwenden. Sehr viele Unternehmen schreiben dies in ihre Stellenanzeigen, sodass du weder aus der Masse hervorsticht noch deinen potentiellen Bewerber echte Informationen lieferst.

Stattdessen definiere möglichst genau, wie diese Faktoren bei dir ausgelebt werden.


Bewerber suchen auf verschiedenen Kanälen nach Infos


Um an Insider Informationen zu kommen, checken viele Bewerber die Bewertungen auf dem Vergleichsportal kununu.com. Dein Ruf auf dieser Plattform ist zwingend im Rahmen des Employer Brandings einzubeziehen.


Dazu ist es sehr clever, auf weiteren Plattformen wie Instagram, YouTube, Facebook und Co. vertreten zu sein und dort regelmäßige Einblicke auf dem Arbeitsalltag zu zeigen. Authentizität und Glaubwürdigkeit stehen hier über Perfektionismus. Kleine Problemchen und Macken machen sympathisch.


Zu guter Letzt kannst du mit einem bisherigem No-Go für sehr viel Transparenz sorgen: Gebe deinen Bewerbern die Möglichkeit, vorab Fragen zu stellen. Und zwar nicht mit nichtssagenden Sätzen wie “für Fragen und stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung”.

Zeige ihnen, dass sie Fragen stellen können, die sie wirklich interessieren wie eben Arbeitszeitmodelle und ob Home Office möglich ist. Der Best Case wäre ein eigenes Frage-Formular für Bewerberfragen.


Wirklich immer authentisch sein?


Am Anfang des Artikels habe ich bereits den Trend zu diversen sozialen Themen beschrieben und dass du als Geschäftsführer oder Personaler Stellung zu diesen Themen nach außen tragen solltest.


Nun kommen wir zu einem heiklen Dilemma: solltest du authentisch sein, wenn du dich nicht aktiv für eben beispielsweise Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Feminismus oder Rassismus einsetzt?


Die Antwort lautet klar: Nein!

Bereits im Jahr 2021 wäre eine solche Stellungnahme einem unternehmerischen Selbstmord gleichgekommen und diese Entwicklung wird sich dieses Jahr noch weiter verstärken.


Sollte deine Firma beispielsweise die Frauenquote oder das Gendern ablehnen, ist es äußerst risikoreich, dies öffentlich zu kommunizieren. In diesem Fall ist Schweigen wohl die bessere Wahl, ansonsten steht ein Shitstorm direkt vor der Tür.


Das Dilemma: Individualisierung vs. Unternehmenskultur


Nun haben wir zwei immer stärker werdende Trends, die sich widersprüchlich gegenüberstehen können.


Zum einen die Individualisierung der Mitarbeiter. Die Anforderung, dass jeder Mitarbeiter so arbeiten können, gefördert werden oder angesprochen sollte, wie er es möchte oder es für ihn am besten ist, wird immer stärker vertreten.


Gleichzeitig werden auch die Rufe nach einer fairen und gleichbehandelnden Unternehmenskultur stetig lauter.


Was also tun?


Beides zu 100% zu erfüllen ist nicht möglich. Nehmen wir das Beispiel der Fairness. Für den einen ist Fairness die Bereitstellung gleicher Rechte, für jemand anderen ist es der Ausgleich von eventuellen gesellschaftlichen Nachteilen.


Schon haben wir zwei Mitarbeiter, deren Wünsche wir nicht gleichzeitig erfüllen können.


Organisationen dürfen sich nicht der der Illusion hingeben, einerseits die Individualität eines jeden Mitarbeiters bedienen und gleichzeitig eine Kultur der Gemeinschaft umsetzten zu können.

- Carlos Frischmuth


Du solltest daher nicht den Anspruch haben, eine Unternehmenskultur zu kreieren, die allen zusagt und auch noch gleichzeitig die einzelnen Wünsche und Erwartungen aller Mitarbeiter erfüllen wollen.


Das ist einfach nicht möglich! Positioniere dich lieber deutlich, sodass du die Mitarbeiter anziehst, die zu deiner Kultur und deinem Umgang mit Individualität langfristig passen.


Du willst mehr zum Thema Unternehmenskultur? Dann solltest du dir unbedingt unseren Artikel 16 Faktoren einer Unternehmenskultur & wie du sie erfolgreich etablierst an!




Engagiere einen Happiness Manager


Mit einem Happiness Manager kannst du dich von einer Masse an potentiellen Arbeitgebern hervorheben, denn dieser Bereich im Personalwesen ist noch nicht weit vertreten. 2022 wirst du also gute Chancen haben, wenn du eine oder mehrere Personen extra für das Wohlbefinden, die Motivation und die (mentale) Gesundheit deiner Belegschaft engagiert hast.


Mit einem Employee Happiness Management oder einem einzelnen Happiness Manager oder Feel Good Manager kannst ein klares Zeichen setzen, dass dir das Wohlergehen deiner Mitarbeiter am Herzen liegt.


Ein Happiness Manager kann deinen Ruf als attraktiven Arbeitgeber enorm steigern.

Von einem Happiness Beauftragten in deinem Human Resources Management profitierst du übrigens über die Erhöhung der Bewerberzahl und -qualität hinaus.

Denn Motivation und Wohlbefinden korrelieren positiv mit Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit und führen so zu mehr Produktivität.


Hier ist ein Artikel speziell über das Happiness Management und welche Chancen es dir bieten kann → Was ist das Happiness Management & was bringt es?




Fazit: Clevere Strategien für das Employer Branding entscheiden 2022 mit über den Unternehmenserfolg!

  • Ein guter Ruf als Arbeitgeber lockt mehr und qualifizierte Bewerber an.

  • Gutes Employer Branding reduziert Fluktuation, wodurch ein Arbeitgeber noch attraktiver wirken kann.

  • Es handelt sich also um eine Aufwärtsspirale.

  • Auch Kunden achten beim Konsum vermehrt auf die Reputation als Arbeitgeber der Unternehmen.

  • Es gibt drei stärker werdende Trends: Individualisierung, Sinn & Freude und Sicherheit

  • Work-Life-Balance und Work-Life-Blending gewinnt an Wichtigkeit und sollte klar definiert werden.

  • Möglichkeiten zum Home Office sind sehr beliebt und schon fast eine Voraussetzung für Arbeitnehmer.

  • Das Home Office bietet dir Kostenvorteile, die wahrscheinlich bald standardmäßig eingesetzt werden und es so zur Notwendigkeit wird.

  • Mit Travel Office Möglichkeiten bietest du zukünftig ein sehr gefragtes Alleinstellungsmerkmal.

  • Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung sind notwendig, um die Zukunft deines Unternehmens und auch die berufliche Zukunft deiner Mitarbeiter zu sichern.

  • Immer mehr Arbeitnehmer legen einen großen Wert auf den zwischenmenschlichen Umgang und auch auf die Fehlerkultur ihres Arbeitsumfeldes.

  • Durch Mitspracherechte, Entscheidungsfreiheit und Verantwortung wird die Verbundenheit, die Motivation und das Engagement gestärkt.

  • Authentische und transparente Einblicke für Bewerber ermöglichen, z.B. durch Fotos, Videos, regelmäßige Beiträge in Sozialen Medien und Fragemöglichkeiten

  • Wenn du einen Happiness Manager anstellst, zeigt das, wie wichtig dir das Wohlergehen deiner Mitarbeiter ist.

  • Ein Happiness Manager hilft außerdem bei der Steigerung von Motivation, Gesundheit und Leistung.

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