Führung und Kommunikation in Krisen - 9 Praxistipps!




Manchmal sind wir selbst Schuld an ihnen, manchmal treffen sie uns aus heiterem im Himmel und aktuell lauern sie gefühlt an jeder Ecke: Krisen!


In diesem Beitrag geht es um die Kommunikation mit und die Führung von Mitarbeitern in Krisenzeiten.


Wir klären die Fragen:

  • Welche Arten von Krisen dein Unternehmen treffen können

  • Wie du deine Führung und Kommunikation in Krisen generell gestalten solltest

  • Was du in einer akuten Krise tun kannst

Ein wenig schneiden wir auch das externe Krisenmanagement an.


Lass’ uns starten!



Inhaltsverzeichnis


Welche Arten von Krisen sind möglich?

Die Folgen einer Krise deiner Mitarbeiter

Kommunikation in Krisensituationen

Führung in der Krise

9 Tipps für Führung und Kommunikation in der Krise

Fazit: Die nächste Krise kommt bestimmt!



Welche Arten von Krisen sind möglich?


Keine Krise ist wie eine andere. Was für den eine eine echte Krise ist, ist für jemand anderen nur ein kleines Missverständnis am Nachmittag.


Krisen kommen in verschiedensten Stärken und Längen. Sie können das Aus für ein Unternehmen bedeuten oder auch eine riesige Chance sein.


Wie groß eine Krise wird und wie sie sich auf dein Unternehmen auswirkt, liegt in vielen Fällen in deinem Einflussbereich.


Krisen des Unternehmen


Ein Unternehmen kann auf verschiedenste Weise in einer Krise landen, die nur es selbst betrifft. Umsatzrückgänge, interne Prozesse, ein Unfall, eine Klage, ein brisanter Post auf Social Media, eine einzige Handlung eines Mitarbeiters und vieles mehr kann dein Unternehmen von jetzt auf gleich in eine kleine, mittlere oder starke Krise stecken.


Es spielt dabei im ersten Moment keine Rolle, ob du als Geschäftsführer oder Führungskraft etwas dafür kannst. Der Fokus muss nun auf die Schadensbegrenzung gesetzt werden.


Denn die Öffentlichkeit zeigt schnell Interesse, was zu einem Shitstorm führen kann und schon haben wir eine zweite, manchmal sogar noch schlimmere Krise!


Krisen in der Branche


Es kann auch vorkommen, dass ganze Branchen einer Krise ausgesetzt sind. Gründe hierfür sind oft Ressourcenmangel, konkurrierende Innovationen, Kritik der Öffentlichkeit, neue Gesetze und mehr.


Hier besteht besonders die Gefahr, langjährige Mitarbeiter und Kunden an deine Konkurrenten zu verlieren, falls sie auf irgendeine Weise besser in der Krise dastehen.


Dadurch kannst du natürlich auch der Wettbewerber auf dem Markt sein, der die Krise besser meistert und so diese Gruppen anzieht.


Nationale und internationale Krisen


Die Auswirkungen übergreifender Krisen brauche ich hier kaum erklären, da wir alle mittlerweile genügend Erfahrung mit ihnen gemacht haben.


Auch wenn oder gerade weil quasi alle Unternehmen und Arbeitnehmer, einfach alle Menschen hier betroffen sind, ist es auch hier besonders wichtig hier einen konstruktiven Umgang mit der Krise leisten zu können.


Hier sind die Existenzängste besonders groß - von Mitarbeitern, Kunden, Unternehmen und Branchen. Ganze Länder können in eine Rezension fallen.



Die Folgen einer Krise deiner Mitarbeiter


Eine Krise definitiv kein Zuckerschlecken und kann weitreichende Folgen haben. Umsatzeinbußen oder z.B. auch ein Einbruch des Aktienkurses können die finanzielle Situation so stark beeinträchtigen, dass Entlassungen notwendig werden.


Eventuell leidet der Ruf, sodass viele Kunden und Geschäftspartner das Weite suchen.

Als Geschäftsführer oder Personaler gibt es nun viele Dinge zu bedenken, zu planen und zu entscheiden. Oft liegt der Fokus in so einer Situation auf den Erhalt der Kunden, Geschäftspartner und der öffentlichen Reputation.


Die Beziehung zu den eigenen Mitarbeiter blieb in der Vergangenheit hier oft auf der Strecke und steht nicht weit oben auf der Prioritätenliste.


Doch ebenso wie die Führungsebene haben auch die Mitarbeiter viele ungeklärte Fragen in ihrem Kopf herumschwirren, wie:

  • Werden Mehrarbeit und Überstunden anfallen und wenn ja, wie viele? Werden sie vergütet?

  • Werde ich Gehaltseinbußen erleiden, durch z.B. Kurzarbeit?

  • Wird mein Ruf mit dem des Arbeitgebers leiden?

  • Ist mein Arbeitsplatz sicher oder so ungewiss wie die Zukunft des Unternehmens?

In einer Krise müssen sich Angestellte die gleichen Fragen auf der persönlichen Ebene stellen, wie das Unternehmen.


Um diese Krise mit deinem Unternehmen überstehen zu wollen, brauchen deine Mitarbeiter Gründe.

Zu diese Gründe zählen die Kommunikation und Führung in Krisenfällen.



Kommunikation in Krisensituationen


Unterscheidet sich Kommunikation in einer Krise von der im beruflichen Alltag? Ja! Definitiv!


Krisen wecken viele negative Emotionen wie Stress, Unsicherheit, Angst und Wut. Diese emotionalen Probleme brauchen emotionale Lösungen in Form von sehr viel Empathie und Verständnis.


Deine Mitarbeiter für diese Emotionen oder ihr vielleicht ineffektives Verhalten zu kritisieren, wird in so einer Situation eher destruktiv sein und ihre negativen Gefühle verstärken.


Was du ihnen geben kannst ist eine ehrliche und trotzdem optimistische Kommunikation.

Bei vielen deiner Mitarbeitern wird ein Gefühlschaos herrschen. Sie wünschen sich Sicherheit, die du ihnen vermutlich im Bezug auf die Ausgangssituation nicht geben kannst. Eine klare, selbstsichere Ausstrahlung hilft, indem sie Ängste mindert und Zuversicht gibt.


In unserem Artikel Emotionen am Arbeitsplatz, Teil 2: Wut, Neid, Unsicherheit, Frust & Langeweile findest alle Infos zum Umgang mit akuten negativen Emotionen.




Führung in der Krise


Führung in Krisenzeiten unterscheidet sich definitiv von der im beruflichen Alltag. Der Trend allgemein geht stark zu einem demokratischen, transformationalen Führungsstil.


Inspiration statt Manipulation, das ist das Motto der transformationalen Führung.

Hier wird Kooperation und eine gemeinsame Lösungsfindung ganz groß geschrieben. Dafür werden auch längere Entscheidungsprozesse in Kauf genommen.


Doch in einer echten Krise zeigt diese Art der Führung ihre Schwächen. Es müssen schnell Alternativen abgewogen und Entscheidungen getroffen werden.

Diese Entscheidungen haben wiederum weitreichende Konsequenzen, weshalb jemand die Verantwortung für sie übernehmen muss.


Eine Krise braucht einen grandiosen Leader


In einer Krise brauchen wir daher mehr Autorität. Unsicherheit, Ängste bis hin zur Panik können unser Denkvermögen enorm beeinflussen, also brauchen wir echte Leader, die auch in einer Krise einen klaren Kopf bewahren.


Dieser Leader muss Risiken eingehen, sich durchsetzen können und bereit sein, die Verantwortung für seine Entscheidungen zu tragen.


Gleichzeitig brauchen wir jemanden, der auch unter Druck rational denken kann und zeitgleich die Emotionen seiner Mitarbeiter nachvollziehen und auf sie konstruktiv reagieren kann. Daher sollte er Ruhe und Zuversicht ausstrahlen und so seinen Mitarbeitern Sicherheit geben können.


Idealerweise kann diese Führungsperson sogar die Hoffnung auf eine echte Chance geben.


Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.

John F. Kennedy

Das sind ziemlich viele Anforderung an eine einzige oder wenige Personen, daher stellt sich dir bestimmt nun die Frage:


Wo kriegst du so jemanden her?


Es gibt externe Krisenexperten, die du in Krisenzeiten um Unterstützung bitten kannst. Dies ist aber keine ideale Lösung, weil diese weder dein Geschäft noch deine Mitarbeiter kennen.


Eine bessere Idee ist es, deine derzeitigen Manager auf Krisensituationen vorzubereiten. Es gibt Kurse und Seminare, die deine Mitarbeiter auf Krisen vorbereiten können. Auch wenn z.B. Simulationen und Rollenspiele nicht den Ernst eines echten Krisenfalls abbilden, sind sie definitiv besser als gar kein Training.


Mehr Infos findest du in den Praxistipps für Führung in Krisenzeiten und Krisenkommunikation, zu denen wir jetzt kommen.



9 Tipps für Führung und Kommunikation in der Krise


Jetzt habe ich 9 Praxistipps für deine Führung und Kommunikation in akuten Krisensituationen.



1. Schnelle Kommunikation


Sobald eine Krise zu entstehen scheint, ist es zunächst notwendig, alle direkt Betroffenen informieren. Andernfalls erhalten sie die Informationen aus anderen Quellen, wie den Medien oder Kollegen.


Für deine Mitarbeiter wäre es ein enormer Vertrauensverlust, wenn sie von Problemen ihres Arbeitgebers im Fernsehen oder Social Media erfahren - insbesondere, wenn sie betroffen sind.


Menschen allgemein, aber insbesondere Journalisten lieben Neuigkeiten und geben diese häufig mit einem Beigeschmack von Drama wieder, daher stelle schnell selbst Informationen zur Verfügung.


Interne und externe Kommunikation


Der externen Kommunikation wird sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, schließlich wollen wir

unsere Kunden und Geschäftspartner sowie die Öffentlichkeit nicht verschrecken. Im Gegenteil, vermutlich brauchen wir sie mehr denn je.


Daher sind wir sehr vorsichtig, was für über die typischen Kanäle wie unserer Website, Social Media oder eventuell sogar im Fernsehen aussagen.


Doch mindestens genauso wichtig in einer Krise sind deine eigenen Mitarbeiter!

Deine Angestellten sind es, die diese besondere Herausforderung mit dir gemeinsam meistern. Das Ergebnis nach der Krise hängt zum Großteil an ihnen. Ohne loyale Mitarbeiter wird sich die die Krise verschlimmern.


Daher achte auch bei der internen Kommunikation genau darauf, was du sagst. Interne und externe Kommunikation sollten überwiegend übereinstimmen. Doch solltest du bei der Internen noch schneller reagieren und eventuell sogar ein, zwei Details mehr geben, damit dein Team das Gefühl hat, in dieser Krise ein wichtiger Insider zu sein.


“Wir kümmern uns!”


Selbst, wenn du zum gegebenen Zeitpunkt selbst noch keine Informationen hast, kommuniziere genau das.


Nehmen wir das Beispiel eines Falls von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder erinnern wir uns an den Beginn der Pandemie zurück. Zu Anfang ist es uns nicht möglich, die Situation korrekt zu beurteilen und ein Statement abzugeben.


In solchen Situationen ist es das Beste, klarzustellen, dass du dir bzw. dein Unternehmen sich des Geschehens bewusst ist, der Sache auf den Grund geht und dass ihr euch zeitnah mit Neuigkeiten meldet.


Geben dazu einen Zeitpunkt an, an dem es vermutlich mehr Informationen geben wird (und halte dich möglichst daran!).


Für die wichtigsten Fakten gibt es die Regel der 5 W’s: Was, Wer, Wo, Wann, Wie.”

Bei einer größeren Krise bietet sich an, diese Informationen auf der Website, z.B. in FAQs zur Verfügung zu stellen.



2. Ein Krisenteam ernennen


Im Idealfall beschäftigst du dich mit der Möglichkeit einer Krise bevor sie existiert. Für den Krisenfall ist ein Krisenteam eine sehr gute Lösung.


Dieses Team sollte aus Mitgliedern aus verschiedenen Abteilungen bestehen und insbesondere die Rechtsabteilung bzw. Rechtsberatung darf hier nicht fehlen.


Dein Krisenteam sollte sich mit Literatur oder Kursen auf Krisenzeiten vorbereiten und ein paar Rahmen und Konzepte erarbeiten. Dazu gehört z.B. auch der Ort, an dem sich dein Team im Krisenfall trifft.


Klare Zuständigkeiten


Nicht nur der Ort der Zusammenkunft muss allen Mitgliedern klar sein. Es sollte hier tatsächlich einen verantwortlichen Leader geben, der das letzte Wort hat und letztendlich die Entscheidung trifft. Ein demokratischer Konsens wird im akuten Krisenfall einfach zu lange dauern, falls er überhaupt zustande kommt.


Der Krisenteamleiter hört sich die Meinungen, Erfahrungen und Ideen aller Mitglieder an, wägt diese ab und übernimmt die Verantwortung der Entscheidung.


Im Krisenteam sollte auch ein Sprecher vorhanden sein, der das Vorhaben gekonnt kommunizieren kann.


Genügend Backups!


Krisen kommen nicht dann, wann wir die Kapazität für sie haben (, falls das überhaupt irgendwann wäre). Krisen kommen, wenn 50% des Krisenteams Urlaub hat, der Teamleiter und der Sprecher krank ist und der Besprechungsraum renoviert wird.


Die Lösung? Backups! Die perfekte Vorbereitung beinhaltet dementsprechend auch die Ernennung von Stellvertretern und einem Ersatzraum.


Mehr Menschlichkeit durch Gesichter


Ein Krisenteam ist nicht nur die beste Lösung, um die internen Prozesse festzulegen. Wenn du Personen als Verantwortliche ernennst, wird und wirkt dein Unternehmen in der Krise menschlicher und verlässlicher.


Mit den zugehörigen Gesichtern wird dieser Effekt weiter verstärkt. Deine Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner und die Öffentlichkeit wissen, dass sich echte Menschen um das Problem kümmern und sie einen Ansprechpartner für Fragen haben.


Kritik und Shitstorms können so abgeschwächt werden, da wir mehr Hemmungen haben, einen realen Menschen zu kritisieren und beleidigen als ein anonym wirkendes Unternehmen, bei dem keiner weiß, ob und wer sich die Anschuldigungen überhaupt durchliest.



3. Das Gleichgewicht finden


In einer Krise muss das Gleichgewicht zwischen drei Gegensätzen gefunden werden: zum einen zwischen der autoritären Führung und der demokratischen, zwischen Zuversicht und Ehrlichkeit und zwischen Transparenz und Diskretion.


Autorität und Demokratie


Der allgemeine Trend geht in Richtung des demokratischen Führungsstils und weg von Autorität. Beide verfügen über klare Vor- und Nachteile.


Führung in Krisenzeiten benötigt mehr Autorität, da wir uns die Nachteile von kooperativer Führung in schwierigen Zeiten nicht leisten können. Lange oder gar keine Entscheidungsfindung sowie interne Spannungen durch Meinungsverschiedenheiten müssen wir in Krisen vermeiden.


Gleichzeitig brauchen deine Mitarbeiter das Gefühl, sich einbringen zu können und der Krise nicht machtlos ausgeliefert zu sein. 100% Fremdbestimmung ist also auch nicht die Lösung - wir brauchen das richtige Gleichgewicht.


Transparenz und Diskretion


Ähnliches gilt für den Balance Akt zwischen Transparenz und Diskretion. Einerseits sollten deine Mitarbeiter über die Geschehnisse Bescheid wissen. Moralisch gesehen haben sie ein Recht darauf, schließlich betrifft es sie. Außerdem können sie auch nur so krisengerecht verhalten.


Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie viel müssen eigenen Mitarbeiter wirklich wissen und ab welchem Punkt machen wir ihnen vielleicht nur unnötig Panik. Eltern erzählen ihren Kindern auch nicht ausgiebig von ihren Geldsorgen und Politiker warnen uns auch nicht vor jeder möglichen Gefahr.


Es ist unmöglich, hier eine allgemeingültige Faustformel zu finden, da deine Angestellten unterschiedlich sind und unterschiedlich reagieren.


Zuversicht und Ehrlichkeit


Zuversicht kann als Aufwärtssspirale funktionieren, indem sie deinen Mitarbeitern Sicherheit und Motivation gibt. So kann sie ihre Leistung und Resilienz erhöhen. Im Idealfall fühlt sich und arbeitet dein Team so besser.


Doch sollte dies nicht so weit gehen, dass deine Mitarbeiter komplett angelogen werden. Auch, wenn es ihnen dadurch erstmal gut geht oder damit sie mehr leisten und somit die negativen Folgen für das Unternehmen und sich selbst reduzieren können würden.


Es bringt keinem Mitarbeiter ihm zu versprechen, dass sein Arbeitsplatz sicher ist, wenn es dann nicht so ist.


Optimismus und Pessimismus können jeweils als selbst erfüllende Prophezeiung wirken.

4. Als Ventil funktionieren


Dieser Punkt ist besonders schwer, da er von uns verlangt, unser Ego zurückzustellen.


Deine Mitarbeiter haben in einer Krise viele verschiedene negative Emotionen - und lassen diese auch raus. Einige aus deiner Belegschaft werden dir bzw. dem Unternehmen generell Vorwürfe machen, beispielsweise die Krise sei selbstverschuldet oder ihr habt falsch reagiert.


Schuldzuweisungen können die Management Ebene schnell in eine Verteidigungsposition versetzten.

Die Lösung ist hier aber keine defensive Rechtfertigung - das würde alles nur noch weiter verschlimmern. Noch schlimmer wäre das Kleinreden ihrer Emotionen oder gar Vorwürfe zurückzugeben.


Anschuldigungen und starke Kritik können hier unausweichlich sein. Dies sind typisch menschliche Reaktionen und Bewältigungsmechanismen. Sie sind nicht gut, eventuell überschreiten sie sogar deutlich Grenzen, doch in einer Krisensituation sollten Leader darüber stehen.


Daher solltest du dich und alle anderen Manager als Ventil sehen: deine Mitarbeiter müssen ihrem Ärger Luft machen und Angst muss akzeptiert werden, damit sie verschwinden kann.


Mitarbeiter brauchen in Krisenzeiten ein offenes Ohr, daher höre ihnen zu und zeige echtes Verständnis.

Sollten sich einige deiner Mitarbeiter wirklich stark daneben benehmen, solltest du das mit ihnen besprechen, sobald die akute Notsituation vorbei ist. Gleichzeitig kannst du dich bei den Angestellten öffentlich bedanken, die dich in dieser schwierigen Zeit aktiv unterstützt haben.



5. Akzeptiere, dass du Fehler machen wirst


Du solltest dich von der Vorstellung verabschieden, dass einen richtigen Weg gibt und du diesen finden wirst. Dein Unternehmen wird Fehler machen - kleine, mittlere oder große.


Selbst mit bester Vorbereitung, Trainings und Beratung wäre eine andere Erwartung unrealistisch.


In Krisen gibt es kein Richtig und kein Falsch, sondern eher falsch und falscher.

Selbst im Alltagsgeschäft wirst du immer jemanden finden, der dich kritisiert, wie sollte das in einer Krise anders sein? Dazu sind du und alle Führungskräfte auch menschlich und können von ihrem Emotionen übermannt werden werden und Fehler machen.


Strebe daher nicht an, alles richtig und perfekt zu machen, sondern so gut wie möglich.



6. Chancen suchen


Krisen sind Zeiten der Veränderung und somit auch immer Zeiten von Chancen. Selbst die schlimmste Krise bringt ein paar Vorteile mit sich, wir müssen nur dafür offen sehen, diese zu sehen und anzuerkennen.


Suche aktiv nach positiven Möglichkeiten - zum einen für dein Unternehmen aber auch für deine Mitarbeiter. Das kannst du sogar mit einigen Teams gemeinsam machen und so Zusammenhalt und Vertrauen stärken. Und schon hast du den ersten Vorteil einer Krise!



7. Verantwortung übernehmen


Wenn dein Unternehmen direkt oder indirekt die Schuld an der Krise trägt, solltest du dazu stehen und die Verantwortung übernehmen. In diesem Fall sind essentielle Bestandteile der Krisenkommunikation:

  • Übernahme der Verantwortung

  • Reue

  • Entschuldigung

  • Wiedergutmachung

Natürlich müssen diese Aussagen ehrlich gemeint sein, andernfalls wird dies deinen Mitarbeitern und sämtlichen Stakeholdern übel aufstoßen.


Deswegen gebe auch nur ein Schuldgeständnis ab, wenn du diese auch wirklich trägst. Eine voreiliges Übernahme der Schuld kann ebenfalls unauthentisch wirken und den Eindruck erwecken, dass dein Unternehmen einfach nur gut dastehen möchte.


Das gleiche gilt auch, wenn ein Shitstorm durch falsche Kommunikation in einer übergreifenden Krise eine weitere verursacht hat.


8. Gemeinsame Evaluation


Zu einem gelungenem Krisenmanagement gehört ebenfalls eine Evaluation der ergriffenen Maßnahmen. Eine Analyse der eigenen Aktivitäten und ihrer Auswirkungen sollte definitiv nach jeder Krise erfolgen.


Doch auch während einer Krise können und sollten Handlungen und die eigene Kommunikation rückblickend betrachtet werden.


Ein gemeinsames Beurteilen mit deinen Mitarbeitern dient unter anderem dem Lernen aus Fehlern, der Lösung entstandener Konflikte und Wiederaufbau von verlorenem Vertrauen. Dadurch kann es sein, dass ihr als Team und die Mitarbeiterbindung stärker als vor der Krise.


9. Vorsorgen


Wie dein Unternehmen in einer Krise wegkommt hängt nicht nur an deinen Handlungen während der Krise ab sondern wird auch sehr stark von der Grundsituation beeinflusst.


Bindung, Vertrauen, Loyalität, positive Erfahrungen - all das sind Voraussetzungen dafür, dass deine Mitarbeiter schwierigen Zeiten zu dir halten.


Das Gleiche gilt natürlich auch für Kunden und Geschäftspartner, weshalb ein großartiger und kulanter Kundenservice bzw. eine starke Geschäftsbeziehung ein wichtiger Bestandteil des Krisenmanagement sind.


In guten wie in schlechten Zeiten - das gilt auch für die Beziehung zu deinem Personal.

Damit deine Angestellten die Nachteile in einer Krise gemeinsam mit deinem Unternehmen auffangen, müssen sie in guten Zeiten ebenfalls am Erfolg beteiligt werden, z.B. monetär oder mit Freizeit.


Keine Fake Krisen!


Um eine oder mehrere Krisen gemeinsam durchzustehen, muss es sich auch um echte Krisen handeln. Jeden kleinen Rückschlag als riesige Herausforderung zu deklarieren, um permanent die Leistung deiner Mitarbeiter zu erhöhen, ist - unabhängig von der Moralitätsfrage - sehr kontraproduktiv.


Arbeitnehmer durchschauen es, wenn sie durch Druck und Angst ausgenutzt werden. So verspielst du dir Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Loyalität und jegliche Sympathie. Wenn dann eine echte Krise kommt, glaubt dir keiner mehr oder will dich unterstützen.


Vorsorge durch Vorbereitung


Wie bereits erwähnt gehört zur Vorsorge die Auswahl eines Krisenteams, welches die fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen lernt und trainiert und auch über die emotionale Stabilität verfügt.



Fazit: Die nächste Krise kommt bestimmt!


  • Krisen können dich selbst verschuldet, indirekt verschuldet oder ohne eigene Schuld treffen.

  • Krisen können nur dein Unternehmen, ganze Branchen und Länder oder fast den ganzen Globus betreffen.

  • Eine Krise bringt viele Risiken und Unsicherheit mit sich - für dein Unternehmen, aber auch persönlich für deine Mitarbeiter.

  • Falsch in einer Krise zu reagieren, kann diese enorm verschlimmern oder eine weitere verursachen.

  • Kommunikation in Krisen erfordert viel Ruhe, Geduld, Akzeptanz und Empathie.

  • Es ist ein Balance Akt zwischen Autorität und Demokratie, Transparenz und Diskretion sowie Zuversicht und Ehrlichkeit

  • Führung in Krisen erfordert schnelle Entscheidungen, Verantwortung, Autorität und die Ausstrahlung von Sicherheit und Zuversicht.

  • Schulungen und Seminare können deine Führungskräfte auf Krisenfälle vorbereiten.

  • Die 9 Praxistipps in akuten Krisenfällen lauten:

  1. Schnelle Kommunikation

  2. Ein Krisenteam ernennen

  3. Das Gleichgewicht finden

  4. Als Ventil funktionieren

  5. Akzeptieren, dass du Fehler machen wirst

  6. Chancen suchen

  7. Verantwortung übernehmen

  8. Gemeinsame Evaluation

  9. Vorsorgen


Hier gibt's wie immer das Fazit als Download:

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