Warum Gewohnheiten entscheidend für den Erfolg sind - und nicht Motivation!




Ständig reden wir über Motivation und darüber, dass wir motiviert sind - oder eben nicht.

Dabei sprechen wir der Motivation eine deutlich größere Rolle für den Erfolg zu als ihr zusteht.

Das Geheimnis zum Erfolg liegt nämlich in unseren Gewohnheiten!


In diesem Beitrag erfährst du:

  • was Gewohnheiten sind

  • warum sie entscheidend für den Erfolg sind

  • wie du die Gewohnheiten deiner Mitarbeiter beeinflussen kannst

Legen wir direkt los!



Inhaltsverzeichnis


Was sind Gewohnheiten eigentlich?

Gewohnheiten verstehen: die Gewohnheitsschleife

Gewohnheit vs. Motivation

Motivation vergeht - Gewohnheiten bleiben

Ein kleiner Exkurs: Gewohnheit vs. Talent

Der Schlüssel zum Erfolg: langweilige Gewohnheiten und Durchhaltevermögen

Wie nutze ich das jetzt in der Arbeitswelt?

Erfolg durch das richtige Mindset

Welche Gewohnheiten deine Mitarbeiter für Produktivität benötigen

Buchempfehlung: die 1% Methode

Diese Gewohnheit am Arbeitsplatz ist die wichtigste!

Was kannst du tun, um deine Mitarbeiter zu unterstützen?

Fazit: Langweilige Gewohnheiten führen zum Erfolg



Was sind Gewohnheiten eigentlich?


Gewohnheiten sind automatisierte Tätigkeiten, die für uns selbstverständlich sind. Wir führen sie automatisch durch und denken nicht oder kaum über sie nach.


Je stärker eine Gewohnheit, desto automatisierter läuft sie ab und desto weniger ist sie uns bewusst. Sie lösen nur wenig oder keine emotionalen Empfindungen aus.


40% unserer täglichen Handlungen sind automatisierte Gewohnheiten.

Unsere Gewohnheiten können gesellschaftlich oder erziehungsbeding entstanden sein - oder wir haben sie uns selbst angeeignet.

Dazu sind sie situationsbedingt, sie können also durch Orte oder Personen beeinflusst werden und sich der jeweiligen Gegebenheit anpassen.


Es gibt verschiedene Arten von Gewohnheiten, zu denen wir jetzt kommen.


Normen und Werte


Unsere Normen und Werte sind wohl das beste Beispiel für Gewohnheiten. Werte sind unsere moralischen und erstrebenswerten Überzeugungen und werden als Normen durch Handlungen ausgedrückt.


Sie sind so fest in uns verankert, dass wir sie kaum hinterfragen. Wir überlegen nicht, warum wir jemanden zur Begrüßung die Hand geben - oder warum wir uns überhaupt begrüßen (und nicht einfach in direkt in ein Gespräch starten).


Alltägliche Handlungen


Es gibt zahlreiche weitere Handlungen und Verhaltensweisen, die wir tagtäglich vollziehen, ohne uns darüber Gedanken zu machen, beispielsweise das Zähneputzen oder Händewaschen, das Zubinden der Schuhe oder das Drücken der Zubereitungstaste auf der Kaffeemaschine.


Routinen


Die meisten Menschen haben Routinen in ihrem leben, bewusst oder unbewusst, entwickelt. Nach dem Aufstehen direkt zu duschen oder jeden Montag direkt nach der Arbeit den Yoga Kurs zu besuchen.

Den Arbeitstag beginnen z.B. viele Angestellte mit der Begrüßung aller Kollegen, dann holen sie sich eine Tasse Kaffee und durchstöbern ihre Mails.



Gewohnheiten verstehen: die Gewohnheitsschleife


Um Gewohnheiten einzuführen oder zu ändern, solltest du sie zunächst verstehen.


Gewohnheiten entstehen durch die sogenannte Gewohnheitsschleife, die aus Auslöser, Routine und Belohnung besteht.


1. Der Auslösereiz


Die Gewohnheitsschleife beginnt mit einem Auslösereiz wie unserem klingelndem Wecker oder unserem Smartphone, das aufblinkt, weil wir eine Nachricht bekommen haben.


2. Die Routine


Auf diesen Reiz reagieren wir mit unserem gewohnten Ablauf: wir beginnen unsere Morgenroutine oder wir greifen sofort zum Handy und schauen uns die Message an.


3. Die Belohnung


Nun kommt die Belohnung. In diesem Fall starten wir durch unsere Morgenroutine perfekt vorbereitet und nicht gestresst in den Tag oder unsere Belohnung ist das Dopamin, was beim wir beim Lesen der Nachricht ausschütten



Viele unproduktive und ungesunde Gewohnheiten haben ein angenehmes Verhältnis von Aufwand und Belohnung. Daher essen wir Menschen liebend gerne Fast Food, schauen stundenlang Netflix Serien oder nehmen Drogen - und da wir Belohnung empfinden, gewöhnen wir uns daran.


Nun bekommst du vielleicht auch eine Idee, wie Süchte entstehen, aber darum soll es jetzt nicht weiter gehen.


Da du nun weißt, was Gewohnheiten sind und wie sie entstehen, widmen wir uns dem Hauptthema dieses Artikels.



Gewohnheit vs. Motivation


Viele Menschen beschuldigen eine mangelnde Motivation an ihrem Misserfolg. Sie haben einfach keine Motivation (mehr), die Diät oder den Trainingsplan durchzuziehen, für eine Klausur zu lernen oder selbst zu kochen statt Essen zu bestellen.


Genau hier liegt das Erfolgsgeheimnis: Erfolgreiche Menschen fühlen diese Motivation auch nicht - sie machen es aber trotzdem!

Kommen wir nun zur Hauptaussage dieses Artikel: Die Gewohnheiten sind der Schlüssel zum Erfolg - nicht die Motivation.


Lass uns dafür einmal kurz darüber sprechen, was Motivation genau ist und auch, wie sie funktioniert.


Was ist Motivation?


Als Motivation wird der Anreiz zu Handlungen definiert. Hinter jeder Tätigkeit (und auch jedem bewussten Unterlassen einer Tätigkeit) steht eine Kraft, die uns antreibt.

Diese Kraft wird auch als Motiv bezeichnet und stellt ein unbefriedigtes Bedürfnis dar. Da wir den Drang verspüren, dieses Mangelempfinden zu erfüllen, werden wir aktiv.


Nach dieser Definition gibt es doch gar keine andere Möglichkeit, als dass die Motivation zum Erfolg führt, oder? Doch!


Gewohnheiten sind entscheidender als Motivation, weil Motivation vergeht.

Warum Gewohnheiten wichtiger sind als Motivation


Bei neuen Projekten strotzen wir anfangs nur so vor Motivation und Tatendrang. Wir sind energiegeladen und fühlen uns, als könnten wir unser Vorhaben erfolgreich in die Tat umsetzten.


Doch egal wie aufregend eine neue Beziehung, ein neuer Sport oder ein neuer Job ist - unsere anfängliche Motivation wird irgendwann vergehen. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir diesen Antrieb vom Start nicht mehr spüren.


Das Gefühl von Motivation kann verschwinden, wenn unser Bedürfnis befriedigt ist oder wir andere Bedürfnisse entwickelt haben.

An diesem Punkt entscheidet nicht mehr unsere Motivation darüber, ob wir etwas durchziehen oder beenden. Es sind unsere Gewohnheiten.


Denn ist die Beziehung, der Sport oder der Job erstmal zur Gewohnheit und selbstverständlicher Bestandteil des Alltags geworden, empfinden wir nicht mehr durchgehend Aufregung, Dankbarkeit und Spaß. Das wäre auch viel zu anstrengend.


Wir gewöhnen uns an diese Dinge und sehen sie als selbstverständlich an - und das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Gewohnheiten bleiben, wenn die Motivation verflogen ist


Wie lange dauert es, bis wir unseren Partner nicht mehr mit der rosaroten Brille betrachten? Wie lange dauert es, bis wir das erste Mal keine Lust haben, zum Training zu gehen?

Wie lange dauert es bis zum ersten Morgen, an dem wir keine Lust auf unseren Job haben?


Wie lange dies dies dauert, ist unterschiedlich von Mensch zu Mensch, doch dass es passiert, ist gewiss. An diesem Punkt entsteht Erfolg, wenn unsere Gewohnheiten so stark sind, dass sie unsere Motivation ersetzen. Wir handeln also automatisiert, auch ohne einen empfundenen Tatendrang.


Die Gewohnheit kann daher als eine Art von Motivation betrachtet werden.

Zum Erfolg gehören Durchhaltevermögen und Langeweile


Nicht aufzugeben, wenn die Motivation verschwindet, erfordert Durchhaltevermögen und das kann sehr frustrierend und langweilig sein.


Die ernüchternde Erkenntnis lautet also: Wer gute Ergebnisse erzielen will, muss die Langeweile aushalten.

Das gilt für Lebenspartner, Spitzensportler, Karrieremenschen und für alle Menschen, die in einem Vorhaben erfolgreich sein wollen.


Wir müssen auch gute Leistungen auf der Arbeit erbringen, zum Training gehen oder unsere Beziehung pflegen - auch wenn uns nicht danach ist.

Wie oft können wir diese Dinge vernachlässigen, bis es sich negativ auf deren Erfolg auswirkt?



Motivation vergeht - Gewohnheiten bleiben


Unsere Gewohnheiten sind es, die tatsächlich über unsere Erfolge entscheiden - egal ob beim Sport, beim Lernen, in Beziehungen oder eben im Beruf.


Beginnen wir ein neues Projekt, strotzen wir anfangs nur so von Tatendrang und wir spüren die Motivation in unserem Körper. Doch egal wie stark diese Empfindung ist, sie wird nach einer gewissen Zeit verschwinden.


Ob das neue Projekt durchgezogen wird, entscheiden dann die aufgebauten Gewohnheiten und nicht die Motivation.

Dass Gewohnheiten stärker als unsere Motivation sind, wird bei unerwünschten Gewohnheiten sehr deutlich. Wir alle haben eine oder mehrere Gewohnheiten, die uns von einem Wunsch abhalten und die wir gerne ablegen würden.


Wir sind zwar motiviert, doch unsere Gewohnheiten setzten sich hier oft durch und zeigen wieder einmal, wie entscheidend sie sind.


Wenn du noch mehr über Motivation im Arbeitsleben lesen möchtest, dann ist dieser Artikel genau richtig für dich Grundlagen der Motivation und was sie für das Arbeitsleben bedeuten




Ein kleiner Exkurs: Gewohnheit vs. Talent


Du kennst mit Sicherheit auch ein paar Menschen, die einfach von Natur aus überragend in gewissen Dingen sind und Bestleistungen erbringen, obwohl sie gar nicht oder kaum üben oder trainieren. Wie unfair!


Es ist nicht abzustreiten, dass genetische Veranlagung oder auch die Erziehung einigen Menschen einen Vorteil verschaffen können, der nicht gerecht ist und mit dem wir nicht mithalten können.


Für unser Gehirn ist es verlockend, sich im Vergleich als benachteiligt anzusehen und so einen Grund zu haben, etwas gar nicht erst zu probieren.

Allerdings gilt für diese Menschen das Gleiche, wie für alle anderen auch: Wiederholung macht den Erfolg! Oder bekannter: Übung macht den Meister!


Ein talentierter Mensch, der nicht übt, wird nie mit jemandem mithalten können, der seine Leistung stetig trainiert und sich durch Gewohnheiten verbessert. Um seinen Vorteil zu halten, müsste die Person ebenso regelmäßig trainieren.

Gewohnheiten und Ausdauer schlagen also nicht nur Motivation, sondern auch Talent!


Der Schlüssel zum Erfolg: langweilige Gewohnheiten und Durchhaltevermögen


Die Wenigsten stellen sich den Weg zum Erfolg wie bisher beschrieben vor. Wir malen uns oft aus (oder bekommen es in Büchern, Filmen und Serien zu sehen), dass wir uns in ein neues Projekt regelrecht reinstürzen müssen, alles andere vergessen und unsere gesamte Energie nur noch hierfür aufwenden müssen.


Dagegen ist die Vorstellung, jeden Tag das Gleiche über einen langen Zeitraum zu machen weniger spektakulär und verlockend. Der Full Power Modus klingt vielversprechender.


Nach kurzer Zeit erwarten wir dann die ersten Fortschritte, schließlich haben wir ja schon sehr viel Kraft und Zeit investiert. Doch in der Realität lassen Erfolge lange auf sich warten.

Ohne die erwarteten Ergebnisse fehlt uns schnell die Belohnung für unser Handeln und wir werden ungeduldig. Die Motivation verschwindet, da die Resultate auf sich warten lassen und unser Bedürfnis nicht erfüllt wurde.


Doch Langeweile ist ein stetiger Begleitung von Erfolg.

Momentum entwickeln mit Gewohnheiten


Mit Gewohnheiten lässt sich ein Zustand erreichen, in dem das Weitermachen ganz selbstverständlich sind. Aller Anfang kostet Kraft, doch nach einiger Zeit gelangen wir in eine Art Flow.


Es ist die selbe Kraft, die einen Stein oder eine Eisenbahn, die ins Rollen gebracht wurde, nur sehr schwer wieder stoppen lassen: Momentum.


Auch neue Gewohnheiten sind anfangs mühsam und später dann automatisiert und standardisiert.



Wie nutze ich das jetzt in der Arbeitswelt?


Kommen wir nun dazu, wie wir dieses Grundlagen von Gewohnheiten profitabel am Arbeitsplatz nutzen können. Denn gerade als Geschäftsführer oder Personaler hast du gute Möglichkeiten, Einfluss auf die Gewohnheiten der Mitarbeiter zu nehmen.


Die Einflussnahme auf die Gewohnheiten von Mitarbeitern ist unter anderem Bestandteil des Happiness Managements bzw. Feel Good Managements.


Sehr wichtig ist, die Grundlagen von Gewohnheiten deinen Mitarbeitern zu erklären und ihnen das richtige Mindset zu vermitteln.

Erfolg durch das richtige Mindset


Im Prinzip dient dieser gesamt Artikel dazu, dir zu zeigen, wie wichtig das richtige Mindset deiner Mitarbeiter für deinen Unternehmenserfolg ist.


Daher ist es nun unser Ziel deinem Team das Thema näherzubringen, ohne eine Abwehrhaltung hervorzurufen. Es ist keine gute Idee, auf seine Angestellten zuzugehen und zu sagen: “Hey, ich möchte deine Gewohnheiten ändern!”


Daher zeige ich dir nun, wie du Interesse und Neugierde für dieses Thema erwecken und so einen Lernprozess ins Leben rufen kannst.


Rede mit ihnen über Gewohnheiten


Alles, was du in bisher in diesem Artikel über Gewohnheiten gelesen hast, solltest du mit deinen Mitarbeitern teilen. Eventuell haben deine Angestellten sich noch nie damit befasst, was sie antreibt, welche Gewohnheiten sie haben und warum sie diese haben.


Dein erstes Ziel ist es nun, ein Bewusstsein für ihre Gewohnheiten zu schaffen. Schließlich sind die meisten Gewohnheiten unbewusst verankert. So änderst du automatisch ihr Mindset.


Gewohnheiten können erst aktiv auf- oder abgebaut werden, wenn sie bewusst wahrgenommen werden.

Auch sie müssen ihre Gewohnheiten erst einmal anerkennen und verstehen, um an ihnen arbeiten zu können -und auch, um überhaupt an ihnen arbeiten zu wollen.


Die beste Strategie hier ist, erstmal von dir sprechen. DU hast einen Artikel gelesen und DEINE Gewohnheiten wurden DIR bewusst und DU bist begeistert davon.


Lernen durch Neugier - nicht durch Zwang


Es wird überhaupt nichts bringen, wenn du deinen Mitarbeitern quasi befiehlst, ihre Gewohnheiten zu ändern oder sich mit ihnen zu befassen. Mache sie stattdessen neugierig auf das Thema.


Um Interesse für ein Thema zu wecken ist es hilfreich, jemanden nach seiner Meinung zu einem Thema zu fragen. Eine gute Eröffnung wäre beispielsweise: “Ich habe in einem Artikel gelesen, dass ca. 40% unser täglichen Handlungen automatisierte Gewohnheiten sind, was hältst du/ halten Sie davon?


Dies ist ein idealer Einstieg, um jemanden zum gezielt zum Nachdenken zu bringen. Stichwort: freiwillige Beteiligung.


Wie wichtig freiwillige Beteiligung ist und wie sie das Engagement erhöht, erfährst du in diesem Artikel → Wie du durch Mitbestimmungsrechte das Engagement deiner Mitarbeiter erhöhst



Es ist wichtig, dass auch hier DEINE Begeisterung für das Thema deutlich wird und dass DU gerne mehr darüber sprechen möchtest.

Wenn das Themengebiet eröffnet wurde, kannst du dann gezielte Fragen stellen und weitere Infos geben.


Diese Fragen machen neugierig


Du kannst deine Mitarbeiter einzeln oder in einer Schulung oder Meeting in einer offenen Runde folgende Fragestellungen fragen und eine Diskussion eröffnen.

  • Was ist für dich Motivation?

  • Was motiviert dich?

  • Was sind Gewohnheiten?

  • Auf welche Gewohnheiten bist du stolz?

  • Welche Gewohnheiten würdest du dir gerne abgewöhnen?

  • Hast du schon mal eine neue Gewohnheit bewusst etabliert?

  • Was ist wichtiger für Erfolg, Motivation oder Gewohnheiten?

  • Welche Gewohnheiten können wir als Team einführen, damit

  • uns die Arbeit mehr Spaß macht?

  • wir bessere Ergebnisse erzielen?

  • Welche Gewohnheiten wünscht ihr euch von mir?


Das Ziel dieser Besprechung ist nicht, dass hinterher all deine Mitarbeiter dir direkt zustimmen und sofort super “motiviert” sind, ihre Gewohnheiten zu ändern.


Es geht darum, deine Mitarbeiter überhaupt für das Thema zu öffnen, damit sich ihr Mindset langfristig umstellt.

Wichtig ist, dass du ihnen dabei den Raum gibst, offen und ehrlich zu sprechen. Beurteilende Kommentare oder Belehrungen sind hier absolut fehl am Platz und kontraproduktiv.



Welche Gewohnheiten deine Mitarbeiter für Produktivität benötigen


Die Gewohnheiten, die am Arbeitsplatz über die Produktivität entscheiden, lassen sich in zwei Kategorien einteilen: negative Gewohnheiten, die Leistung mindern und positive Gewohnheiten, die Leistung steigern. Hier ein paar Beispiele:


Positive Gewohnheiten:

  • kleine Aufgaben sofort bearbeiten

  • schnelle Entscheidungen treffen

  • Fehler akzeptieren

  • Verständnis für andere zeigen

Positive Gewohnheiten am Arbeitsplatz sparen Zeit und Kraft und ermöglichen einen Fokus auf das Wesentliche.

Negative Gewohnheiten:

  • Das Handy checken (insbesondere Social Media)

  • ständige Kaffee- und Raucherpausen

  • sich über eigene Fehler aufregen

  • sich über andere aufregen

Negative Gewohnheiten rauben Zeit und Energie und lenken ab.


Buchempfehlung: die 1% Methode


Oft denken wir, dass wir eine krasse Verhaltensänderung brauchen, um ein neues Ziel anzustreben. Doch insbesondere bei Gewohnheiten reichen kleinste Schritte aus, um große Veränderungen zu bewirken. Wie der erste Dominostein.


Sich jeden Tag um 1% zu verbessern, sorgt für ein exponentielles Wachstum in der Selbstoptimierung.

Das Buch Die 1% Methode (auf Engl. Atomic Habits) von James Clear ist eine absolute Pflichtlektüre, wenn es um Gewohnheiten und Verbesserungen geht.



Wie neue positive Gewohnheiten etablieren?


Um eine neue Gewohnheit erfolgreich einzuführen, sollte sie über die folgenden vier Eigenschaften verfügen:

  1. offensichtlich (z.B. das Monatsziel an der Wand aufhängen)

  2. attraktiv (z.B. sich vor Augen halten, zu wie viel Erfolg die Gewohnheit führen kann)

  3. einfach (z.B. die Sporttasche bereits am Tag zuvor packen)

  4. befriedigend (z.B. den ersten Kaffee holen, nachdem die Mails beantwortet sind)


Wie negative Gewohnheiten loswerden?


Im Umkehrschluss werden negative Gewohnheiten leichter abgelegt, wenn sie die gegenteiligen Eigenschaften haben:

  1. unsichtbar (z.B. Süßigkeiten im Schrank verstecken)

  2. unattraktiv (z.B. sich vor Augen halten, wie schädlich die Gewohnheit ist)

  3. schwer (z.B. Süßigkeiten gar nicht erst kaufen)

  4. unbefriedigend (z.B. bei jedem Fluchen 1€ in das Schimpf-Glas)

Das Ganze ist natürlich einfacher gesagt als getan, das hast du bestimmt auch schon am eigenen Leib erfahren. Es wird dauern und viele Wiederholungen benötigen, alte Gewohnheiten abzulegen und neue einzuführen.


Die Fortschritte werden auch nicht linear kommen, Rückschläge und Rückfälle sind ganz normal.



Diese Gewohnheit am Arbeitsplatz ist die wichtigste!


Es gibt eine weit verbreitete Gewohnheit, die zu sehr bedeutenden Effizienz Verlusten führt. Diese Angewohnheit ist… gar nicht zu arbeiten!


Mehrere Studien zeigen, dass von einem 8 stündigen Arbeitstag gerade einmal ca. 3 Stunden gearbeitet werden.

Die restliche Zeit wird damit verbracht, in sozialen Medien zu scrollen, Nachrichten zu lesen, sich mit Kollegen über private Themen zu unterhalten, Kaffee holen und und und…


Warum machen Arbeitnehmer das? Ganz einfach: Weil die Arbeitsleistung in Zeit gemessen wird.


Die stärkste Verpflichtung ist es, während der Arbeitszeit am Arbeitsplatz zu sein.

Es gibt in einigen Berufen und Unternehmen noch zusätzliche Ziele wie beispielsweise Verkaufszahlen oder die Anzahl an beantwortete Anfragen. Allerdings sind die Konsequenzen deutlich geringer, wenn ein Mitarbeiter einen gewissen Umsatz nicht generieren kann als wenn er einfach nach 4 Stunden nach Hause fahren würde.


Daher kannst du die Produktivität deiner Mitarbeiter erhöhen, wenn du ihre Leistung nicht in Zeit misst, sondern anhand anderer Kennzahlen.


So kann es dazu kommen, dass sie vielleicht nur 75% ihrer bisherigen Zeit arbeiten, dafür aber 30% mehr Output als zuvor.



Was kannst du tun, um deine Mitarbeiter zu unterstützen?


Lass uns nun darüber sprechen, was du tun kannst, um deine Mitarbeiter bei der Änderung ihrer Gewohnheiten zu unterstützen.


Gewohnheiten in die bewusste Ebene holen


Das habe ich bereits einige Male erwähnt und werde es auch hier nochmal tun, da es so unglaublich wichtig ist:


Gewohnheiten laufen automatisiert, um sie zu ändern müssen wir sie in die bewusste Ebene zurück holen.

Auch deine Mitarbeiter führen ihre Gewohnheiten aus, ohne nachzudenken. Daher ist es absolut notwendig, dass sie sich ihre vor Augen halten.


Methoden hierfür sind:

  • Gewohnheiten aufzuschreiben

  • Gewohnheiten beim Ausführen laut aufzusagen

  • sich beim Ausführen fragen: warum mache ich das eigentlich?


Wenn du deine Mitarbeiter bereits für das Thema Gewohnheiten neugierig gemacht hast, kannst du ihnen diese Methoden vorschlagen, um sich ihrer Gewohnheiten am Arbeitsplatz bewusst zu machen.

Mit einer kleinen Geste wie einem schönen Notizbuch mit einem Stift, könntest du eine weitere Hürde für deine Mitarbeiter überwinden.


Routinen


Mit Routinen im Berufsleben können deine Mitarbeiter Gewohnheiten für den Arbeitsalltag aufbauen. Beispielsweise kannst du regelmäßige Morgenrunden, Meetings, gemeinsame Mittagspausen oder Workcycles in Leben rufen.


Gemessen wird in Wiederholungen, nicht in Zeit


Wie lange es dauert, eine neue Gewohnheit fest zu verankern, ist sehr individuell. Doch eines ist dabei gewiss: es ist nicht die Zeit, die ausschlaggebend ist, sondern die Anzahl der Wiederholungen.


Nur, wenn wir etwas oft wiederholen, wird es irgendwann eine automatisierte Gewohnheit.

Das ideale Umfeld schaffen


In unserer Gesellschaft existiert die Annahme, dass wir zur Entwicklung von unerwünschten Gewohnheiten nur ganz viel Disziplin und Willenskraft benötigen. Doch tatsächlich sind viele Menschen mit guten Gewohnheiten ziemlich undiszipliniert.


Menschen mit guten Gewohnheiten schaffen sich ein Umfeld, indem es ihnen leichter fällt, ihre Gewohnheiten auszuführen.

Das Umfeld und die Umgebung hat einen großen Einfluss auf unsere Gewohnheiten. Es gibt Menschen, die nur auf Partys rauchen und Sportler, die im Urlaub auf ihr Training verzichten.

Und fast alle von uns passen ihr Verhalten an, je nachdem mit welchen Personen wir unterwegs sind.


Das Umfeld hat einen überaus großen Einfluss, dass sie sogar Süchte beenden und wieder auftreten lassen können.

Das ist der Grund weshalb viele Süchtige nach Entzugs- oder Abnehmkliniken zuhause wieder rückfällig werden.

Und es funktioniert auch andersherum: Süchte, die woanders entstanden sind, können zuhause einfach wieder aufhören. Ein sehr spannendes Beispiel ist das von den US-Soldaten im Vietnam-Krieg, die vor Ort heroinabhängig wurden, aber zuhause die Sucht sehr schnell niederlegen konnten.


Wie du nun das Umfeld auf der Arbeit gestalten solltest, hängt von den Gewohnheiten ab, die du etablieren möchtest. Eine gewünschte Gewohnheit sollte einfach und sichtbar sein. Du möchtest, dass deine Mitarbeiter kleine Aufgaben sofort erledigen? Dann hänge eine Liste auf, um welche Aufgaben es sich dabei handelt.


Eine unerwünschte Gewohnheit kannst du schwer und unsichtbar machen. Verbringen deine Mitarbeiter viel Zeit mit Kaffeepausen, kannst du eine Kaffeemaschine kaufen, die öfter nachgefüllt werden muss und mehr Reinigung benötigt. Und die stellst du dann in die Ecke der Küche.



Gewohnheitskopplung


Die Gewohnheitskopplung ist eine Methode, mit der wir verschiedene Gewohnheiten miteinander kombinieren und so eine Routine entwickeln.


Deine Mitarbeiter sollten ihre aktuellen Routinen auf der Arbeit analysieren. Das könntest du auch mit ihnen gemeinsam machen, aber ganz ehrlich, kaum einer deiner Mitarbeiter würde dir ehrlich sagen, dass er die erste halbe Stunde erst einmal auf bild.de verbringt.


Stattdessen kannst du sie entweder eine neue Routine erstellen und dir zeigen lassen oder du schlägst ihnen eine vor und besprichst diese mit ihnen. Sie sollten das Gefühl haben, ein Mitspracherecht zu haben und den neuen Ablauf freiwillig zu akzeptieren.


Mit Gewohnheitskopplungen können wir auch eine neue, schwierige Gewohnheit mit einer angenehmen Gewohnheit verbinden und so Gewohnheiten attraktiv und befriedigend machen, die es alleine nicht wären.


Social Media


Diese Gewohnheit ist derart omnipräsent in der Arbeitswelt, dass ich sie konkret besprechen möchte. Sehr viel Zeit wird in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram verbracht - auch während der Arbeitszeit.

Das liegt nicht daran, dass Social Media so spannend ist, dass wir mehrmals pro Stunde checken müssen, was da so passiert. Es ist ein simpler Zeitvertreib, der sehr einfach zur Ausschüttung von Dopamin führt.


Deine Angestellten zu bitten, weniger Zeit dort zu verbringen, wird nicht viel bringen - vor allem nicht langfristig. Doch es gibt einen kleinen, einfach Trick, wie du das Surfen am Handy während der Arbeitszeit mindern kannst:


Lasse deine Mitarbeiter freiwillig ihr Handy in eine Box tun, die nicht in Reichweite ihres Arbeitsplatzes ist. Sie sollen weiterhin ihr Handy zwischendurch benutzen dürfen, allerdings haben sie nun eine kleine Hürde.


Alternativ kannst du auch einen Ort mit Ladekabeln zur Verfügung stellen, wo deine Mitarbeiter ihre Smartphones laden können.

Diese Barriere führt dazu, dass es nicht mehr so leicht, offensichtlich, attraktiv und befriedigend ist, sich am Handy zu beschäftigen.


Die Bedingung: deine Mitarbeiter müssen freiwillig daran teilnehmen. Das werden sie tun, wenn du ihnen dafür Belohnung gibst. Das kann ein Gutschein, eine kleine Bonuszahlung oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel sein.


Die zusätzlichen Kosten werden sich schnell rechnen. Bedenke, dass von einem 8 stündigen Arbeitstag gerade einmal 3 gearbeitet werden und die meiste Zeit auf sozialen Medien verbracht wird.


Falsche Zielsetzung unbedingt vermeiden


Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und nicht mehr Energie als nötig für Tätigkeiten aufzubringen, liegt in der menschlichen Natur.


Daher haben viele Zielsetzungen einen negativen Effekt auf den Output von Angestellten. Sie gewöhnen sich schnell an, diese Ziele so leicht und angenehm wie nur möglich zu erfüllen.


Ein Arbeitstag dauert 8 Stunden? Dann wird wie beschrieben auf Instagram gescrollt um die Zeit rumzukriegen.

Das Ziel sind 100 Anrufe pro Tag? Dann wird nur kurz angeklingelt und sofort aufgelegt.

Dann lieber 180 Telefonminuten pro Tag! Ach, dann wird einfach das eigenen Handy angerufen.


Die Beispiele scheinen eventuell extrem, dabei sind sie realistisch. Sie zeigen, dass für eine hohe Produktivität nicht nur eine Kennzahl betrachtet werden sollte.


Daher solltest auch verschiedene Key Figures sinnvoll und ergänzend miteinander kombinieren. Ein konkretes Beispiel, stelle ich dir nun vor.


Ein konstruktives Punkte System


Du kannst ein Punkte System einführen, indem deine Mitarbeiter verschiedene Möglichkeiten haben, Punkte zu erlangen. Bleiben wir bei unserem Telefon Vertriebler Beispiel:


Ein Verkauf gibt 1 Punkt.

20 Anrufe geben 1 Punkt.

20 Minuten an Gesprächen geben 1 Punkt.

Ein neuer Kollege wurde von dir eingearbeitet? Hier, 2 Punkte!


Auf diese Weise kannst du gewünschtes Verhalten fördern und neue Gewohnheiten aufbauen, ohne die Gefahr, schädliche Zielsetzungen festzulegen.


Am Ende sollten die Mitarbeiter von diesem Pointification System auch profitieren, z.B. durch eine Bonuszahlung, eine schnellere Beförderung oder ein Gewinnspiel.



Fazit: Langweilige Gewohnheiten führen zum Erfolg


  • Du und deine Mitarbeiter sollten verinnerlichen, wie entscheidend die Gewohnheiten für Erfolg sind.

  • Gewohnheiten sind automatisierte und oft unbewusste Tätigkeiten in unserem Alltag

  • Sie entstehen durch die Gewohnheitsschleife: Auslösereiz → Routine → Belohnung

  • Viele Gewohnheiten sind tief in uns verankert.

  • Motivation vergeht - Gewohnheiten bleiben.

  • Gewohnheiten können als eine Art von Motivation betrachtet werden.

  • Um Gewohnheiten zu ändern, müssen sie zuerst bewusst wahrgenommen und erkannt werden.

  • Positive Gewohnheiten werden leichter etabliert, wenn sie offensichtlich, attraktiv, einfach und befriedigend sind.

  • Negative Gewohnheiten werden leichter abgelegt, wenn sie unsichtbar, unattraktiv, schwer und unbefriedigend sind

  • Durch Gewohnheitskopplung können verschiedene Gewohnheiten kombiniert werden und eine Routine entstehen lassen.

  • Gewohnheiten können situations- und ortsbedingt sein.

  • Es braucht viele Wiederholungen, um eine neue Gewohnheit zu entwickeln

  • Außerdem kann es etwas dauern, bis die ersten Fortschritte und Ergebnisse sichtbar werden.

  • Daher wird Durchhaltevermögen und Ausdauer auf dem Weg zum Erfolg benötigt.

  • Der Weg zum Erfolg kann langweilig und eintönig wirken.

  • Wenn du deine Mitarbeiter unterstützen möchtest, ihre Gewohnheiten zu ändern, begeistere und öffne sie zunächst clever für das Thema.

  • Sprich mit ihnen über Gewohnheiten und lasse sie sich ihrer bewusst werden.

  • Einseitige Zielsetzungen können zu einseitigem, ineffektivem Verhalten führen.

  • Zeige ihnen, dass auch kleine Verbesserungen eine große Wirkung haben können.

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Was sind deine Gedanken zu der Motivation vs. Gewohnheit Debatte?

Was sind deine Gewohnheiten für Erfolg und wie hast du sie etabliert?

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